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Ukraine stoppt Auftrag für deutsche HX-2-Drohnen nach Frontausfällen

HX-2 Drone
Harveyellis, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Waffensystem, das einst als hochmoderne Lösung für den ukrainischen Kriegseinsatz beworben wurde, steht nun vor ernsten Fragen.

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Nach Monaten der Erprobung und eines begrenzten Kampfeinsatzes hat Kyjiw beschlossen, einen großen Beschaffungsvertrag auszusetzen.

Der Schritt wirft Zweifel an einem der bekanntesten deutschen Militärtechnologieexporte an die Ukraine auf.

Auftrag ausgesetzt

Die Ukraine hat ihren Auftrag für HX-2-Drohnen des deutschen Unternehmens Helsing AI ausgesetzt, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit der Entscheidung vertraute Quellen.

Die HX-2 war als Vorzeigeprodukt präsentiert worden.

Im Jahr 2025 hatte Helsing angekündigt, bis zu 6.000 Drohnen für die Ukraine zu produzieren, was den Vertrag zu einem der größten einzelnen Drohnenaufträge im Zusammenhang mit dem Krieg gemacht hätte.

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Diese Vereinbarung liegt nun auf Eis.

Festgestellte Probleme

Laut Bloomberg stellten ukrainische Streitkräfte während der Erprobung und des Einsatzes an der Front „erhebliche Mängel“ bei den HX-2-Drohnen fest.

Berichten zufolge hatten die Drohnen Schwierigkeiten beim zuverlässigen Start und konnten mehrere der vom Hersteller hervorgehobenen Funktionen auf Basis künstlicher Intelligenz nicht erfüllen.

Zudem wurden Kommunikationsprobleme beobachtet, bei denen die Bediener während der Einsätze den Kontakt zu den Systemen verloren.

Ukrainische Nutzer stuften die Drohnen außerdem als anfällig für elektronische Kampfführung ein, obwohl die Widerstandsfähigkeit gegen Störmaßnahmen zu ihren Kernstärken gezählt hatte.

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Reaktion des Unternehmens

Helsing AI wies die Kritik zurück.

Das Unternehmen erklärte gegenüber Bloomberg, es verfüge über offizielle Daten, die eine hohe Quote erfolgreicher Erstflüge in der Ukraine belegten, und sei mit den konkret beschriebenen Problemen nicht vertraut.

Gleichzeitig hat Helsing die Annahme neuer Bestellungen für die HX-2 gestoppt und erklärt, man werde abwarten, bis die Ukraine erneut Interesse an dem System bekunde.

Design und Einsatzprofil

Die HX-2 wiegt etwa 12 Kilogramm und verfügt über eine X-förmige Flügelkonfiguration, die häufig mit Russlands Lancet-Drohnen verglichen wird.

Laut Bloomberg ist sie dafür ausgelegt, Ziele in Entfernungen von bis zu 100 Kilometern anzugreifen und Geschwindigkeiten von rund 220 Kilometern pro Stunde zu erreichen.

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Ihr zentrales Merkmal ist die Software, die in großem Umfang künstliche Intelligenz zur Zielerfassung und Flugsteuerung einsetzt.

Gerade diese KI-gestützten Fähigkeiten gelten bei ukrainischen Bedienern nun jedoch als eine der größten Schwächen der Drohne.

Quellen: Bloomberg, WP