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Alex-Pretti-Schießerei: Rechtsmediziner gibt die offizielle Todesursache bekannt

Alex Pretti
U.S. Department of Veterans Affairs, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Tod von Renee Good wurde ebenfalls als Tötungsdelikt eingestuft.

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Am 24. Januar starb der 37-jährige Intensivpfleger Alex Pretti nach einer Begegnung mit ICE-Beamten in Minnesota.

Zunächst erklärten die Behörden, die Beamten hätten in Notwehr gehandelt und Pretti habe eine Waffe besessen. Eine spätere Videoanalyse mehrerer Medien widerlegte diese Darstellungen jedoch.

Zwar hatte Pretti tatsächlich eine Waffe, für die er über eine Genehmigung verfügte, doch Videoaufnahmen der Begegnung zeigten, dass die ICE-Beamten die Waffe aus Prettis Holster entfernten. Das bedeutet, dass Pretti seine Waffe selbst nie zog.

Nachdem er zu Boden gerungen worden war, wurde Pretti erschossen. In dem Video sind mindestens zehn Schüsse zu hören.

Nun wurde die offizielle Todesursache festgestellt.

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Offizielle Einstufung veröffentlicht

USA TODAY und PEOPLE berichten, dass der Rechtsmediziner des Hennepin County erklärte, der Tod des 37-jährigen Intensivpflegers Alex Pretti am 24. Januar sei als Tötungsdelikt eingestuft worden.

In der am 2. Februar veröffentlichten Erklärung heißt es, die Todesursache seien „mehrfache Schussverletzungen“ gewesen und Pretti sei „von Strafverfolgungsbeamten erschossen worden“.

Die Einstufung als Tötungsdelikt bedeutet, dass der Tod durch die Hand einer anderen Person verursacht wurde, legt jedoch für sich genommen keine strafrechtliche Verantwortung fest. Solche Feststellungen führen in der Regel zu weiteren Untersuchungen, um zu klären, ob der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt war.

Sein Tod folgte auf einen weiteren jüngsten Fall. In einem separaten Bericht stufte ein Gerichtsmediziner die Tötung der 37-jährigen Renee Good als Tötungsdelikt ein, nachdem sie von einem Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde erschossen worden war. Beide Todesfälle ereigneten sich in nahegelegenen Stadtvierteln.

Ermittlungen laufen

Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche erklärte am 30. Januar, dass eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen der Bürgerrechte im Zusammenhang mit der Schießerei eingeleitet worden sei.

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Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums sagte gegenüber USA TODAY, dass das FBI die Ermittlungen leite und dabei von Homeland Security Investigations unterstützt werde, während die Zoll- und Grenzschutzbehörde eine separate interne Überprüfung durchführe.

Das Heimatschutzministerium hat die beteiligten Beamten bislang nicht öffentlich benannt. In einem von USA TODAY eingesehenen Bericht teilte die Behörde jedoch mit, dass zwei Beamte ihre Waffen abgefeuert hätten und beurlaubt worden seien.

ProPublica identifizierte sie später als den Grenzschutzbeamten Jesus Ochoa und den Beamten der Zoll- und Grenzschutzbehörde Raymundo Gutierrez.

Politische Änderungen folgen

Die Trump-Regierung hat ihre Haltung in Minnesota nach öffentlicher Kritik angepasst, insbesondere nachdem von Unbeteiligten aufgenommene Videos frühen offiziellen Darstellungen der Schießerei widersprachen.

Am 2. Februar kündigte Heimatschutzministerin Kristi Noem an, dass Beamte künftig Körperkameras tragen würden.

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Trump ersetzte den ranghöchsten Bundesbeamten, der die Einsätze im Bundesstaat überwachte, durch den Grenzbeauftragten Tom Homan. Zudem begann der Kongress, über eine kurzfristige Verlängerung der Finanzierung des Heimatschutzministeriums zu beraten, um Verhandlungen über Reformen wie den Einsatz von Bodycams zu ermöglichen.

Quellen: USA TODAY, ProPublica, PEOPLE