Der lettische Militäroffizier Jānis Slaidiņš erklärt, dass eine Reihe gemeldeter Entwicklungen – darunter Einberufungsbescheide und Einschränkungen beim Urlaub für russisches Sicherheitspersonal – auf Vorbereitungen für eine umfassendere Mobilisierung oder verstärkte militärische Aktivitäten hindeuten könnten.
Mehrere jüngste Entwicklungen in Russland könnten auf Vorbereitungen für ausgeweitete militärische Aktivitäten oder eine umfassendere Mobilisierung hindeuten. Das erklärte Jānis Slaidiņš, Major der lettischen Streitkräfte und Stabsoffizier der Nationalgarde.
Wie LA.LV berichtet, verwies Slaidiņš auf Einschätzungen des ukrainischen Militärexperten Roman Krywonos, der eine Reihe von Entwicklungen identifiziert habe, die auf verstärkte militärische Vorbereitungen hindeuten könnten.
Mögliche Warnsignale
Einer der von Krywonos genannten Hinweise ist die Berichten zufolge ab dem 28. Juli geltende Einschränkung von Urlaub für Angehörige der russischen Streitkräfte und der Strafverfolgungsbehörden.
Wie LA.LV berichtet, gilt außerdem die Berichten zufolge erfolgte Ausstellung von etwa 370.000 bis 380.000 Einberufungsbescheiden in Russland als Anlass zur Sorge. In den kommenden Monaten werde zudem mit weiteren Einberufungen gerechnet.
Slaidiņš erklärte, dass Einberufungen in diesem Umfang dazu dienen könnten, neue Militäreinheiten aufzustellen, bestehende Verbände zu verstärken oder Verluste auf dem Schlachtfeld auszugleichen.
Besorgniserregende Regionen
Slaidiņš betonte, dass Militärplaner stets vom schlimmstmöglichen Szenario ausgehen sollten. Gelinge es Russland, eine große Zahl zusätzlicher Soldaten zu rekrutieren, könnte das Land seine Operationen nicht nur in der Ostukraine, sondern auch in den an Russland grenzenden Regionen ausweiten.
Wie LA.LV berichtet, nannte er die Regionen Sumy und Tschernihiw als Gebiete, die wegen ihrer strategischen Bedeutung und ihrer Nähe zu Kyjiw besonders aufmerksam beobachtet würden.
Er fügte hinzu, dass die Ukraine ihre Verteidigungsstellungen in diesen Richtungen bereits verstärke, um auf verschiedene mögliche Szenarien vorbereitet zu sein.
Interne Vorbereitungen
Als weiteres Anzeichen nannte Slaidiņš die Berichte über die Einsatzbereitschaft der russischen Nationalgarde Rosgwardija für mögliche Aufgaben im Zusammenhang mit einer Mobilisierung.
Wie LA.LV berichtet, erklärte Slaidiņš, zu den traditionellen Aufgaben der Rosgwardija gehörten die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und die Reaktion auf Proteste. Dies könnte darauf hindeuten, dass ihre Vorbereitungen mit möglichen künftigen Mobilisierungsmaßnahmen zusammenhängen.
Abschließend sagte er, dass diese Entwicklungen zusammengenommen darauf hindeuten könnten, dass Russland eine mögliche Mobilisierung oder weitere militärische Maßnahmen vorbereite. Sie bestätigten jedoch nicht, dass eine entsprechende Entscheidung bereits getroffen worden sei.
Quellen: LA.LV