Das Weiße Haus behauptet, der 79-jährige Präsident sei bei „perfekter“ Gesundheit, doch medizinische Analysten argumentieren, dass Ganzkörperscans ohne konkrete Symptome nur selten durchgeführt werden.
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Das Weiße Haus hat die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten MRT-Untersuchung von Präsident Donald Trump veröffentlicht, um der zunehmenden Spekulation über die körperliche Verfassung des 79-jährigen Präsidenten entgegenzuwirken.
Doch anstatt die Gerüchte zum Schweigen zu bringen, hat die Offenlegung eine neue Welle von Debatten innerhalb der medizinischen Fachwelt ausgelöst – insbesondere über die Begründung für das Verfahren.
Das Weiße Haus bezeichnete die MRT als vorbeugend, doch diese Darstellung hat die bestehenden Zweifel nur weiter angefacht.
Medizinische Fachwelt skeptisch gegenüber „präventiver“ Darstellung
Trotz des unauffälligen Gesundheitsbefunds zeigt sich die medizinische Gemeinschaft zurückhaltend gegenüber der Einstufung der MRT durch das Weiße Haus als „Screening“- oder „präventive“ Maßnahme.
Nach gängigen medizinischen Standards wird die Magnetresonanztomographie (MRT) nur selten – wenn überhaupt – als allgemeiner Gesundheitscheck bei asymptomatischen Patienten eingesetzt.
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Im Gespräch mit CNN sagte Dr. Jonathan Reiner, ehemaliger Arzt von Dick Cheney, schlicht:
„Nun, eine wirklich präventive kardiale MRT gibt es nicht. Das ist kein Standardtest für, wissen Sie, einen 80-jährigen Mann, um eine solche fortgeschrittene Bildgebung durchzuführen.“
Diagnostisch vs. Präventiv: Warum der Unterschied wichtig ist
Um die Skepsis zu verstehen, ist es notwendig, zwischen zwei Hauptkategorien medizinischer Tests zu unterscheiden:
- Präventive Screenings: Das sind routinemäßige, risikoarme Untersuchungen bei gesunden Personen (z. B. Mammografien, Koloskopien oder Blutdruckmessungen), um Krankheiten zu erkennen, bevor Symptome auftreten.
- Diagnostische Tests: Diese werden durchgeführt, nachdem ein Patient Symptome zeigt. Da MRTs hochdetaillierte Bilder von Weichgewebe liefern, fallen sie eindeutig in diese Kategorie.
Medizinische Fachgesellschaften raten allgemein von „Ganzkörper-MRT-Screenings“ bei gesunden Menschen ab, da sie häufig sogenannte „Inzidentalome“ entdecken – harmlose, gutartige Schatten oder Knoten, die unnötige Besorgnis auslösen und zu invasiven Folgeuntersuchungen führen.
Der offizielle Bericht: „Völlig normal“
In dem Versuch, die Darstellung zu steuern, autorisierte Präsident Trump die Veröffentlichung seiner medizinischen Daten und bezeichnete die Untersuchung als Routineverfahren.
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Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, veröffentlichte anschließend einen Bericht, der vom Leibarzt des Präsidenten, Navy Captain Sean Barbabella, unterzeichnet wurde.
„Die Herzkammern sind normal groß. Die Gefäßwände wirken glatt und gesund, und es gibt keine Anzeichen für Entzündungen oder Gerinnsel. Insgesamt zeigt sein Herz-Kreislauf-System eine ausgezeichnete Gesundheit. Auch die abdominale Bildgebung ist völlig unauffällig“, sagte Leavitt laut Reuters.
Quellen: Reuters, Times of India, CNN, Express