Das Lager befindet sich mehr als 900 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.
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Die ukrainische Langstreckenkampagne gegen die russische militärische Infrastruktur dringt weiter in das Landesinnere vor und signalisiert eine ausgeweitete operative Reichweite.
Der jüngste gemeldete Angriff deutet auf eine Verlagerung hin zu Zielen, die zuvor als praktisch außer Reichweite galten, und unterstreicht den sich wandelnden Charakter des Konflikts.
Im Fokus der Operation stand ein bedeutendes Munitionslager, das mit der russischen Führungsstruktur für Raketen- und Artillerietruppen verbunden ist.
Weit entfernt von der Front
Berichten von Ukrinform zufolge nahmen ukrainische Streitkräfte das Arsenal der 100. GRAU, der Hauptverwaltung für Raketen und Artillerie, nahe der Stadt Neya in der russischen Region Kostroma ins Visier.
Die Anlage liegt mehr als 900 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt und ist damit die bislang am weitesten entfernte strategische Einrichtung, die Berichten zufolge von der Ukraine getroffen wurde.
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Frühere Langstreckenangriffe hatten das Arsenal der 51. GRAU nahe Moskau erreicht, doch der Schlag gegen Neya stellt ein noch tieferes Vordringen in russisches Territorium dar.
Strategischer Druck
Sollte sich der Angriff bestätigen, würde er den fünften ukrainischen Schlag gegen ein russisches strategisches Arsenal seit Beginn der Kampagne markieren.
Laut United24Media haben Militäranalysten diese Depots als kritische Reserveknotenpunkte beschrieben, die russische Streitkräfte an mehreren Fronten mit Munition versorgen.
Durch die gezielte Bekämpfung von Lager- und Logistikeinrichtungen statt von Frontverbänden scheint die Ukraine darauf abzuzielen, Russlands langfristige Kampffähigkeit zu schwächen.
Explosionen und Evakuierung
In sozialen Medien kursierende Amateurvideos zeigen heftige Explosionen auf dem Gelände, die mit Sekundärdetonationen gelagerter Munition übereinstimmen.
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Auch im Internet kursierende Satellitenbilder scheinen nach dem Angriff vier einzelne Brandherde auf dem Gelände zu zeigen.
Lokale Behörden erklärten, nach dem Angriff sei ein Großbrand ausgebrochen, der vorsorglich die Evakuierung eines nahegelegenen Dorfes erforderlich machte.
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Vertreter der Behörden ergänzten, dass Druckwellen mehrere Wohngebäude in einem Umkreis von zwei Kilometern um den Militärkomplex beschädigt hätten.
Die Berichte wurden bislang nicht unabhängig verifiziert, ebenso wenig die Videos, die angeblich die Folgen des Angriffs zeigen sollen.
Quellen: Lindependant, X, United24Media, Ukrinform
