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Das Ende der Klicks? Medien fürchten, dass KI das Internet zerstört

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Nachrichtenorganisationen bereiten sich auf einen starken Rückgang der Besucherzahlen vor, die über Online-Suchen auf ihre Angebote gelangen, da KI-gestützte Tools die Art und Weise verändern, wie Menschen Informationen finden. Medienverantwortliche warnen, dass diese Veränderungen lang etablierte Geschäftsmodelle erschüttern könnten, die auf Suchverkehr basieren.

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Branchenführer sagen, dass die kommenden Jahre Verlage dazu zwingen werden, neu zu überdenken, wie Journalismus produziert, verbreitet und finanziert wird.

Wachsende Sorgen um den Traffic

Nach Angaben von The Guardian erwarten Medienunternehmen, dass die Verweise von Suchmaschinen drastisch zurückgehen werden, da KI-generierte Zusammenfassungen und Chatbots an Bedeutung gewinnen. Befragte Führungskräfte gehen davon aus, dass suchgetriebene Besuche in den nächsten drei Jahren um mehr als 40 Prozent sinken könnten.

Die Bedenken werden in einem neuen Bericht des Reuters Institute for the Study of Journalism dargelegt, das die Ansichten von 280 Medienverantwortlichen aus 51 Ländern zusammengetragen hat. Viele sagten, der Wandel sei bereits im Gange, berichtet The Guardian.

Im Bericht zitierte Daten zeigen, dass der Suchverkehr zu Nachrichtenseiten weltweit im vergangenen Jahr bereits um etwa ein Drittel zurückgegangen ist.

Ungewisse Zukunft

„Es ist nicht klar, was als Nächstes kommt“, sagte Newman. Er warnte, dass KI-Chatbots zu einer bequemen Alternative werden könnten, die Nachrichtenmarken und Journalistinnen und Journalisten an den Rand drängt.

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Gleichzeitig argumentierte er, dass Technologieunternehmen nicht alles kontrollieren. Verlässliche Berichterstattung, fundierte Analyse und starkes Storytelling blieben wertvoll, insbesondere in Zeiten der Unsicherheit. Eine „menschliche Note“ sei für KI nur schwer zu reproduzieren, fügte er hinzu.

KI verändert Gewohnheiten

Verlage sagen, dass der Aufstieg von KI-Überblicken und dialogorientierten Tools die Art und Weise verändert, wie das Publikum mit dem Internet interagiert.

Googles KI-Zusammenfassungen erscheinen inzwischen bei einem wachsenden Anteil der Suchergebnisse in den USA an oberster Stelle und werden auch anderswo eingeführt.

Zwar nehmen die Verweise von Tools wie ChatGPT zu, doch seien sie laut Bericht im Vergleich zum traditionellen Suchverkehr weiterhin marginal.

Lifestyle-, Prominenten- und Reiseinhalte sind bislang am stärksten betroffen, während Live-Nachrichten und die Berichterstattung über aktuelle Ereignisse widerstandsfähiger erscheinen.

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Nic Newman, leitender Forschungsmitarbeiter am Institut, sagte, die langjährige „Traffic-Ära“ des digitalen Publizierens neige sich dem Ende zu.

Neue Strategien entstehen

Der Bericht stellt fest, dass viele Verlage sich bereits von der reinen Jagd nach Klicks entfernen und sich stärker abonnementbasierte Modelle zuwenden, die eine direkte Beziehung zu den Leserinnen und Lesern schaffen.

Gleichzeitig beschleunigen Medienorganisationen ihre Investitionen in Plattformen wie YouTube und TikTok, auf denen Kurzvideo- und Audioformate weiter wachsen. Führungskräfte sagten, Journalistinnen und Journalisten würden zunehmend ermutigt, ihre Arbeit an diese Formate anzupassen.

Creators und Politik

Rund drei Viertel der befragten Medienmanager gaben an, sie wollten Journalistinnen und Journalisten 2026 stärker dazu drängen, wie Content-Creators zu agieren, während etwa die Hälfte plane, mit Influencern bei der Verbreitung von Geschichten zusammenzuarbeiten.

Der Trend beeinflusst auch die Politik. Die Downing Street hat eine engere Zusammenarbeit mit Social-Media-Creators gesucht, da Premierminister Keir Starmer nach neuen Wegen sucht, jüngere Zielgruppen zu erreichen und traditionelle Medien zu umgehen.

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Aktivistinnen und Influencer, darunter Anna Whitehouse, bekannt als Mother Pukka, haben im Rahmen dieser Bemühungen zuletzt Zugang zu ranghohen Ministern erhalten.

Quellen: The Guardian, Reuters Institute for the Study of Journalism