Wie wird der Kreml diese Zahlen verdrehen?
Seit Anfang 2026 behauptet die Ukraine, dass die russischen Fortschritte auf dem Schlachtfeld stetig abgenommen haben, und unabhängige Schlachtfelddaten scheinen diese Behauptungen zu stützen.
Am 31. März veröffentlichte das Institute for the Study of War (ISW) einen Bericht, der zeigte, dass im Januar 2026 die russischen Gebietsgewinne in der Ukraine etwa km² betrugen.
Im Februar war diese Zahl auf ein Drittel davon gesunken (126 km²), und im März betrugen die russischen Fortschritte nur noch 33 km².
Doch nun haben die russischen Schwierigkeiten in der Ukraine eine deutliche Wendung genommen. Die Schlachtfelddaten für April liegen vor, und laut ISW sind die russischen „Fortschritte“ nun vollständig verschwunden.
Tatsächlich verlieren sie dreistellige km².
Ein schrumpfender Fußabdruck
Laut dem ISW-Update zum Krieg vom 2. Mai erlitten die russischen Streitkräfte im April 2026 einen deutlichen Nettoverlust an kontrolliertem Land.
Die Forschungsgruppe schätzt, dass das Militär im Laufe des Monats die Kontrolle über etwa 116 Quadratkilometer verloren hat.
Diese Zahl markiert eine signifikante Verschiebung gegenüber den Vormonaten und spiegelt einen stetigen Rückgang der gesamten Dynamik wider, der Ende letzten Jahres begann. Tatsächlich berichtet das ISW, dass Russland seit dem ukrainischen Vorstoß in die Oblast Kursk im August 2024 nicht mehr so viel Territorium verloren hat.
Schlamm und moderne Probleme
Mehrere Faktoren treiben diese Verlangsamung voran, von Hightech-Störungen bis hin zu traditionellen saisonalen Herausforderungen.
Das ISW stellt fest, dass ukrainische Gegenangriffe und Mittelstreckenschläge die Operationen erschwert haben.
Konnektivitätsprobleme haben die Frontlinien geplagt, angeheizt durch eine Blockade von Starlink-Terminals und Einschränkungen der Telegram-App.
Hinzu kommt das Wetter, da die berüchtigte Frühlingsschlammsaison historisch schwere Maschinen festfahren ließ und schnelle Bewegungen verhindert hat.
Die Infiltrationsillusion
Während das Tempo der Eroberung neuen Territoriums im Vergleich zu Anfang 2025 dramatisch gesunken ist, ist der Vergleich der beiden Jahre schwierig.
Russische Einheiten haben sich zunehmend darauf verlassen, kleine Gruppen zur Infiltration umkämpfter Gebiete zu entsenden, anstatt große Angriffe zur Sicherung der vollständigen Kontrolle zu starten.
Das Institute for the Study of War legt nahe, diese Taktik sei teilweise darauf ausgelegt, ein Bild ständiger Vorwärtsbewegung zu vermitteln.
Die vorrückenden Truppen halten das Gelände jedoch nicht, und das Institute for the Study of War berichtet, sie befänden sich oft zwischen ukrainischen Stellungen in umkämpften „Grauzonen“.
Die wahren Kosten zählen
Da die Kartierung kurzer Vorstöße weniger harte Beweise erfordert als die Bestätigung dauerhaft gehaltener Gebiete, können visuelle Gewinne leicht größer erscheinen als die Realität.
Selbst wenn ein Infiltrationstrupp von verteidigenden Kräften vollständig aufgerieben wird, könnte das spezifische Gebiet immer noch als temporär infiltriert protokolliert werden.
Letztendlich bleibt das tatsächlich eroberte Territorium in den letzten sechs Monaten deutlich geringer als die Fläche, die durch diese flüchtigen Überfälle beansprucht wird.
Die kommenden Sommermonate werden zeigen, ob trockener Boden eine Rückkehr zu traditionellen Vorstößen ermöglicht oder ob die Schwierigkeiten anhalten.
Quellen: Institute for the Study of War, Digi24, United24Media