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Die meisten Amerikaner bringen den klimawandel mit steigenden lebenshaltungskosten in verbindung

Leveomkostninger, High cost of living, Inflation
Leveomkostninger, High cost of living, Inflation

Mehr Amerikaner betrachten die Klimakrise inzwischen als Teil ihrer alltäglichen finanziellen Belastungen, wie neue Umfragen zeigen, auch wenn das Thema politisch weiterhin stark polarisiert ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die öffentlichen Einstellungen unabhängig von den tagesaktuellen politischen Debatten in Washington weiterentwickeln.

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Forschende sagen, die Ergebnisse spiegelten breitere Veränderungen darin wider, wie Menschen steigende Preise erleben, und stellten kein Urteil über eine einzelne Regierung dar.

Klima trifft Kosten

Umfragen der Yale University zeigen, dass rund 65 % der registrierten US-Wähler glauben, dass die Erderwärmung die Lebenshaltungskosten beeinflusst. Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen haben die Nahrungsmittelproduktion gestört und damit zu Preissteigerungen bei Produkten wie Kaffee und Schokolade beigetragen, sagen Experten.

Auch die Energiekosten für Haushalte sowie die Prämien für Wohngebäudeversicherungen sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Forschende führen diese Entwicklungen auf wachsende Klimarisiken und Veränderungen in der Energieversorgung zurück, ebenso wie auf breiteren wirtschaftlichen Druck.

Breite öffentliche Einschätzungen

Die Umfrage zeigt eine starke Unterstützung für den Schutz der Klimaforschung und von Notfallreaktionssystemen. Fast acht von zehn Wählern lehnen es ab, den öffentlichen Zugang zu Klimainformationen einzuschränken, während ein ähnlich großer Anteil Vorschläge zur Auflösung der Bundesbehörde FEMA (Federal Emergency Management Agency) zurückweist.

Mehrheiten äußern zudem Skepsis gegenüber Beschränkungen beim Ausbau erneuerbarer Energien, einschließlich Offshore-Windprojekten. Diese Einstellungen gingen über einzelne politische Ereignisse hinaus und spiegelten eine längerfristige öffentliche Sorge wider, berichtet The Guardian.

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Anthony Leiserowitz, Direktor des Yale Program on Climate Change Communication, sagte, viele Amerikaner betrachteten den Klimawandel inzwischen durch eine praktische Brille, die mit Gesundheit und Finanzen verbunden sei.

„Ich finde es erstaunlich, dass selbst einige Menschen in der Klimagemeinschaft sagen, wir sollten aufhören, über das Klima zu sprechen, weil es eine Krise der Lebenshaltungskosten gibt“, sagte er.

Politik weiterhin gespalten

Trotz der breiten Besorgnis bleibt der Klimawandel stark polarisiert. Rund 59 % der Wähler geben an, sie würden einen Kandidaten bevorzugen, der Klimaschutz unterstützt – ein Wert, der vor allem von Demokraten getragen wird.

Unter konservativen Republikanern unterstützen lediglich 21 % Kandidaten, die der Klimapolitik Priorität einräumen; viele bevorzugen den gegenteiligen Ansatz. Leiserowitz sagte, die Einstellungen der Republikaner zum Klima seien über die Zeit weitgehend unverändert geblieben.

Die Trump-Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um Umweltauflagen zurückzufahren und die Förderung fossiler Brennstoffe voranzutreiben, mit dem Argument, dies senke die Kosten.

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Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, dieser Ansatz bringe „gesunden Menschenverstand“ in die Energiepolitik zurück und stärke die Zuverlässigkeit der Stromnetze.

Leiserowitz betonte, die Umfrageergebnisse sollten nicht als direktes Urteil über aktuelle Politiken gelesen werden, sondern als Hinweis darauf, dass der Klimawandel zunehmend als Thema verstanden werde, das den Alltag der Menschen betrifft.

Quellen: The Guardian, Yale University