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Drohnenangriffe setzen Russlands Ölraffinerien unter Druck: Kapazität bricht ein

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Um die Kraftstoffversorgung großer Ballungsräume aufrechtzuerhalten, bedarf es einer ununterbrochenen Kette riesiger Raffinerien, die rund um die Uhr in Betrieb sind.

Wenn wichtige Energieanlagen ausfallen, reagieren die Kraftstoffmärkte nahezu augenblicklich. Eine unerbittliche Welle von Drohnenangriffen hat Russlands heimisches Ölraffinerienetzwerk nun stark unter Druck gesetzt, wie The Moscow Times berichtet.

Wichtige Lieferungen gestört

Die russische Hauptstadtregion sieht sich mit erneuter Kraftstoffunsicherheit konfrontiert, nachdem einer ihrer wichtigsten Energielieferanten abrupt die Produktion eingestellt hat. Wie The Moscow Times unter Berufung auf Brancheninsider berichtete, stellte Rosneft die Rohölverarbeitung in seiner Hauptanlage bei Rjasan nach einem direkten Drohnenangriff am 29. Juli ein.

Die Anlage zählt zu den drei größten Verarbeitungszentren des Landes und verarbeitet jährlich bis zu 17 Millionen Tonnen Rohöl. Branchenzahlen, die von Reuters gemeldet wurden, zeigen, dass der riesige Komplex jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Benzin und drei Millionen Tonnen Diesel produziert.

Der Angriff entfachte einen heftigen Brand, der die Anlagenbetreiber zwang, alle Raffinerieaktivitäten einzustellen. Bemerkenswerterweise ereignete sich der Angriff nur zwei Wochen, nachdem Reparaturteams schwere Schäden eines früheren Angriffs Mitte Mai behoben hatten. Technische Experten schätzen nun, dass neue Reparaturen mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden.

Wellen von Stilllegungen

Rjasan war nicht die einzige große Anlage, die während des Angriffs Ende Juli getroffen wurde. Am selben Tag legte ein Luftangriff eine wesentliche Destillationseinheit im Lukoil-Werk Permnefteorgsintez lahm und setzte etwa ein Drittel der täglichen Raffineriekapazität außer Gefecht.

Diese gleichzeitigen Angriffe spiegeln ein weitaus umfassenderes Muster von Störungen wider, das das Land erfasst. Fast ein Dutzend weiterer wichtiger russischer Erdölanlagen stellte im Juli die Arbeit ein, als direkte Folge gezielter Drohnenangriffe.

Die Arbeit im Komplex Tjumen wurde am 28. Juli vollständig eingestellt, nach früheren Stilllegungen an Standorten in Salawat, Sysran und Saratow. Unterdessen läuft das Lukoil-Zentrum Nischni Nowgorod-Nefteorgsintez laut Überwachung durch S&P Global mit etwa halber Kapazität.

Nicht alle Stilllegungen erwiesen sich jedoch als dauerhaft. Der Flaggschiff-Komplex Omsk, der von Gazprom Neft betrieben wird, unterbrach die Arbeit am 6. Juli, nahm aber Wochen später den vollen Betrieb wieder auf, wie die Financial Times berichtete.

Quellen: The Moscow Times, Reuters, S&P Global, Financial Times