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Elektroautofahrer von neuer Londoner gebühr getroffen

Elektroautofahrer von neuer Londoner gebühr getroffen

Ein langjähriger Anreiz für saubere Verkehrsmittel in London ist ausgelaufen und markiert damit einen spürbaren Kurswechsel in der Verkehrs- und Klimapolitik der Hauptstadt. Die Änderung kommt genau zu dem Zeitpunkt, an dem Autofahrer nach den Feiertagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, und erhöht den Druck auf die Straßen der Stadt zusätzlich.

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Die Entscheidung betrifft Tausende von Autofahrern, die bislang eine der umstrittensten Abgaben Londons umgehen konnten.

Politikwechsel beginnt

Nach Angaben der Express müssen Fahrer von Elektrofahrzeugen im Zentrum Londons erstmals die City-Maut entrichten. Der Schritt folgt auf eine im November angekündigte Entscheidung von Bürgermeister Sir Sadiq Khan und trat am Freitag in Kraft.

Auch die reguläre tägliche City-Maut wurde erhöht und stieg von 15 auf 18 Pfund. Es handelt sich um die erste Preiserhöhung seit 2020 und sie gilt für Fahrzeuge, die nicht vollständig elektrisch betrieben werden.

Die City-Maut-Zone, die erstmals 2003 eingeführt wurde, gilt werktags zwischen 7 und 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr.

Reduzierte Rabatte für Elektrofahrzeuge

Bislang profitierten vollständig elektrische Fahrzeuge von einer 100-prozentigen Befreiung. Diese Ausnahme wurde nun deutlich eingeschränkt. Seit Freitag erhalten Elektroautos einen Rabatt von 25 Prozent, während elektrische Lieferwagen und Lastwagen Anspruch auf eine Ermäßigung von 50 Prozent haben.

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Die Verkehrsbehörden bestätigten, dass diese Vergünstigungen in den kommenden Jahren weiter reduziert werden. Ab dem 4. März 2030 sinkt der Nachlass auf 12,5 Prozent für Pkw und 25 Prozent für Lieferwagen und Lastwagen.

Die Änderung signalisiert eine Abkehr von pauschalen Anreizen für Elektrofahrzeuge, da deren Zahl auf Londons Straßen weiter steigt.

Anwohner und Ausnahmen

Bewohner innerhalb der City-Maut-Zone können weiterhin Rabatte von bis zu 90 Prozent beantragen. Wer jedoch nach dem 1. März 2027 in das Gebiet zieht, verliert diesen Anspruch, sofern kein Elektrofahrzeug genutzt wird.

Stadtvertreter erklären, die überarbeiteten Regelungen sollten Umweltziele mit der Reduzierung des Verkehrsaufkommens in Einklang bringen, da die Staus trotz zunehmender Nutzung von Elektrofahrzeugen weiterhin hoch seien.

Die Maßnahme hat bereits Kritik von einigen Autofahrern ausgelöst, die argumentieren, sie untergrabe die Bemühungen zur Förderung sauberer Verkehrsmittel.

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Zeitpunkt erhöht den Druck

Die Änderung tritt kurz vor dem ein, was der Automobilclub AA als „Manic Monday“ bezeichnet – den ersten Arbeitstag des Jahres. Die Organisation warnt, dass es sich dabei üblicherweise um einen der verkehrsreichsten Tage mit besonders vielen Pannen handelt.

Der 5. Januar trägt diesen Spitznamen aufgrund eines sprunghaften Anstiegs von Notrufen, wenn Autofahrer Fahrzeuge wieder nutzen, die während der Weihnachtszeit möglicherweise stillstanden. In Kombination mit den neuen Gebühren könnte der Jahresbeginn für Londons Autofahrer daher besonders kostspielig werden.

Quellen: Express