Die Sommer in ganz Europa werden wärmer, wodurch Klassenzimmer und Büroräume zu drückend heißen Kästen werden.
Da Hitzewellen zu einem festen Bestandteil des Lebens werden, erkennen Gemeinschaften, dass traditionelle Bauweisen sie möglicherweise nicht mehr schützen können, berichtet die BBC.
In der Hitze gefangen
Extreme Sommerhitze zwang kürzlich Hunderte von Schulen in Westengland zur Schließung. Schwere Wetterwarnungen verdeutlichten, wie anfällig die öffentliche Infrastruktur bei plötzlichen Temperaturspitzen ist, so die BBC.
Steve Chalke, Gründer des Oasis Charitable Trust, warnte, dass aktuelle Bauweisen veraltet seien. „Unsere Schulgebäude in England sind nicht für Hitze ausgelegt, sie sind für Kälte konzipiert, sie sind nicht dafür gedacht, Sonne und Hitze draußen zu halten“, sagte er.
Alle zehn Oasis-Schulen in Bristol schlossen während einer Hitzewelle im Juni, da das Personal mit den Kindern zu Hause blieb. Chalke betonte, dass einzelne Schulen diese Krise nicht allein lösen könnten. Verkehrsnetze und städtische Infrastruktur müssten sich gemeinsam anpassen.
Intelligentere Kühlmethoden
Die Installation stromfressender Klimaanlagen bietet eine schnelle Lösung, doch hohe Strompreise machen ihren Betrieb teuer. Installateure im gesamten Vereinigten Königreich berichten von enormen Rückständen, da Kunden für Kühlanlagen Schlange stehen.
Experten argumentieren, dass passive Lösungen einen weitaus besseren Weg nach vorne böten. Emma Howard Boyd, Vorsitzende der unabhängigen National Heat Risk Commission an der London School of Economics, erklärte: „Resilienz bedeutet, Gebäude so zu gestalten, dass sie sicher, komfortabel und effizient bleiben, während sich unser Klima verändert.“
Sie forderte, dass sich Haushalte auf Isolierung, externe Beschattung und Bäume konzentrieren sollten. „Diese Ansätze können Wohnungen kühler halten, den Energiebedarf senken und dazu beitragen, die Haushaltskosten niedrig zu halten“, fügte sie hinzu.
Hightech-Glasbeschichtungen
Innovative Unternehmen entwickeln bereits neue Lösungen. Albotherm, ein Startup, das von zwei Absolventen der University of Bristol gegründet wurde, entwickelte eine wärmeaktivierte Beschichtung, die Glas weiß färbt, wenn die Temperaturen steigen.
Geschäftsführerin Molly Allington enthüllte: „Mit Testmustern haben wir eine Kühlwirkung von etwa sechs Grad auf die durch das Glas eindringende Wärme festgestellt“, und erklärte, dass die Beschichtung überschüssige Wärme ohne Stromverbrauch reflektiert.
Sie betonte, dass intelligente Fensterbeschichtungen den Stromverbrauch in Geschäftsgebäuden, die bereits Klimaanlagen betreiben, drastisch senken könnten.
Regierungsvertreter erklärten, dass Tausende von Schulgebäuden im Rahmen eines großen Erneuerungsprogramms Modernisierungen zur Verbesserung der Beschattung und natürlichen Belüftung erhielten.
Quellen: BBC