Startseite Nachrichten Experten schlagen Alarm: Trumps umstrittener Geschäftszug löst Empörung aus

Experten schlagen Alarm: Trumps umstrittener Geschäftszug löst Empörung aus

Experten schlagen Alarm: Trumps umstrittener Geschäftszug löst Empörung aus
Joshua Sukoff/shutterstock.com

Trump wird vorgeworfen, marktbewegende Informationen zu monetarisieren.

Der Zugang zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hatte schon immer politischen Wert. Kritiker argumentieren nun, dass eine neu eingeführte Funktion auf Donald Trumps eigener Social-Media-Plattform auch einen enormen finanziellen Wert haben könnte – und dies hat Vorwürfe des Machtmissbrauchs ausgelöst.

Eine neue Abonnementoption auf Truth Social soll zahlenden Kunden ermöglichen, für 92.000 US-Dollar pro Monat eine bevorzugte Platzierung für die Beiträge des Präsidenten zu erhalten. Da Trumps Botschaften wiederholt die Finanzmärkte beeinflusst haben, warnen Analysten, dass der Dienst ernsthafte ethische Bedenken hervorrufen könnte.

Kritiker warnen vor privilegiertem Marktzugang

Trumps Beiträge auf Truth Social wurden von Investoren oft genau beobachtet, nachdem Kommentare zu Zöllen, Außenpolitik, Unternehmensentscheidungen und Wirtschaftsmaßnahmen erhebliche Marktschwankungen verursacht hatten.

Zahlenden Kunden einen früheren oder prominenteren Zugang zu diesen Botschaften zu ermöglichen, hat bei Finanzexperten scharfe Kritik ausgelöst, die argumentieren, dass die Vereinbarung einem privilegierten Zugang zu marktbewegenden Informationen gleicht.

Joakim Brüchmann, CEO von Pluto.markets und regelmäßiger Kommentator im dänischen Wirtschaftspodcast Store Penge, hielt sich mit seiner Einschätzung nicht zurück.

„Ich sage nur so viel: Wäre dieser Mann nach seiner Präsidentschaft nicht ohnehin schon dazu bestimmt gewesen, hinter Gittern zu landen, so hat diese Wahrscheinlichkeit jetzt fast 100 Prozent erreicht. Das ist Insiderhandel. Das ist Machtmissbrauch. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man tun kann, abgesehen davon, jemandem das Leben zu nehmen. Ich bin ehrlich schockiert.“

Vorwürfe eines gefährlichen Präzedenzfalls

Der Geopolitikanalyst Mikkel Rosenvold, ebenfalls bei Store Penge zu Gast, fragte sich, warum der Vorschlag in den Vereinigten Staaten keine stärkere öffentliche Gegenreaktion ausgelöst hat.

Laut Rosenvold verstärkt die Initiative die allgemeinen Bedenken hinsichtlich der Finanzethik innerhalb der Trump-Administration. Er argumentierte, dass die Situation zunehmend dem gleicht, was Politikwissenschaftler als Kleptokratie bezeichnen – ein System, in dem die Machthaber staatliche Institutionen hauptsächlich zur Selbstbereicherung nutzen.

Rosenvold zog auch Vergleiche zu langjährigen Vorwürfen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und merkte an, dass Korruption historisch gesehen eine der größten Bedrohungen für autoritäre Führer darstellt.

„Man kann sich buchstäblich privilegierten Zugang zu öffentlichen Informationen erkaufen. Es ist völlig unerhört, dass so etwas überhaupt möglich ist. Kein europäisches Land würde das akzeptieren, und wenn es in einem Entwicklungsland passieren würde, wäre es fast ein Grund für die Vereinigten Staaten, eine Intervention in Betracht zu ziehen. Es ist absolut verrückt.“

Die Kontroverse dreht sich darum, ob der Zugang zu präsidialen Mitteilungen – insbesondere zu Botschaften, die Finanzmärkte beeinflussen können – jemals zu einem kommerziellen Produkt werden sollte.