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FSB nimmt Einwohner von Chabarowsk wegen mutmaßlicher Verbindungen zum neuseeländischen Geheimdienst fest

FSB Agentes Russia
Kimbichlich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen 55-jährigen Einwohner von Chabarowsk wegen Hochverratsverdachts festgenommen und wirft ihm vor, Informationen an den neuseeländischen Geheimdienst weitergegeben zu haben. Menschenrechtsbeobachter berichten zugleich, dass die Zahl der Verurteilungen wegen Hochverrats und Spionage in Russland weiter zunimmt.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen 55-jährigen Mann aus der fernöstlichen Stadt Chabarowsk unter dem Verdacht des Hochverrats festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Informationen an den neuseeländischen Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Wie Meduza berichtet, behauptet der FSB, der Mann habe Kontakt zu einem Vertreter des neuseeländischen Geheimdienstes aufgenommen und Informationen weitergegeben, die der nationalen Sicherheit Russlands angeblich schaden könnten.

Vorwurf des Hochverrats

Nach Angaben des FSB kommunizierte der Verdächtige per E-Mail und über Messenger-Dienste mit dem neuseeländischen Geheimdienst und übermittelte dabei mutmaßlich Informationen über Russlands militärisch-technische Zusammenarbeit mit Staaten im asiatisch-pazifischen Raum.

Wie Meduza berichtet, wirft die Behörde dem Mann vor, „aus eigennützigen Motiven“ gehandelt zu haben. Er wurde nach Artikel 275 des russischen Strafgesetzbuches angeklagt, der als Höchststrafe lebenslange Freiheitsstrafe vorsieht.

Der FSB veröffentlichte zudem Videoaufnahmen, die zeigen, wie maskierte Beamte den Verdächtigen auf einer Straße in Chabarowsk festnehmen und anschließend seine Wohnung durchsuchen. Das Video enthält außerdem Aufnahmen von Bündeln mit US-Dollar, die laut der Behörde bei der Durchsuchung gefunden wurden.

Zunehmende Zahl von Hochverratsfällen

Wie Meduza unter Berufung auf das Menschenrechtsprojekt First Department berichtet, fällten russische Gerichte im ersten Quartal 2026 mindestens 107 Urteile in Hochverrats- und Spionageverfahren, wodurch insgesamt 110 Menschen verurteilt wurden.

Dem Bericht zufolge wurden rund 90 Prozent der Verurteilten des Hochverrats schuldig gesprochen und erhielten durchschnittliche Haftstrafen von 15 Jahren und fünf Monaten.

First Department berichtete außerdem, dass russische Gerichte die Bearbeitung solcher Verfahren beschleunigt haben und im Januar, Februar und März durchschnittlich etwa zwei Verurteilungen pro Arbeitstag ausgesprochen wurden.

Quellen: Meduza, First Department