Die russische Militärführung soll sich gegenseitig für mangelnde Sicherheit verantwortlich machen.
Ein Geheimdienstbericht der Europäischen Union hat tiefe Zerwürfnisse unter Russlands höchsten Sicherheitsbeamten offengelegt, wie CNN, die Financial Times und Vazhnye Istorii (Wichtige Geschichten) berichten.
Die Spannungen konzentrieren sich auf Attentatsversuche gegen hochrangige Militärkommandeure abseits der Frontlinien. Diese Sicherheitslücken spitzten sich während eines entscheidenden Treffens im Dezember 2025 zu.
Dem Geheimdienst zufolge habe der russische Präsident Wladimir Putin eingreifen müssen, als ein Streit zwischen Generalstabschef Waleri Gerassimow, FSB-Direktor Alexander Bortnikow und dem Chef der Nationalgarde, Wiktor Solotow, ausbrach.
Schuldzuweisungen
Der Bericht besagt, die drei Führungspersönlichkeiten hätten heftig über die Verantwortung für die Sicherheitsmängel gestritten:
Gerasimow habe die Geheimdienste kritisiert, weil sie die Angriffe übersehen hätten, und einen Personalmangel beim Schutz der Offiziere angemerkt.
Bortnikow habe argumentiert, es sei unmöglich, jeden Angriff zu verhindern. Der FSB-Chef habe darauf hingewiesen, dass dem Verteidigungsministerium im Gegensatz zu anderen staatlichen Sicherheitszweigen eine spezielle Personenschutzeinheit fehle.
Solotow habe hinzugefügt, seine Kräfte könnten nicht zum Schutz des Militärpersonals abgestellt werden. Er habe dem Verteidigungsministerium daraufhin operative Sicherheitstipps angeboten, ein Schritt, der Gerassimow Berichten zufolge wütend gemacht habe.
Ein Vorfall mit knapper Not
Der Geheimdienst legt nahe, dass Putin den Föderalen Schutzdienst angewiesen habe, Gerassimow und zehn weitere hochrangige Verteidigungsbeamte zu schützen. Die Dringlichkeit sei durch einen jüngsten aufsehenerregenden Anschlag in der Hauptstadt unterstrichen worden.
Am 6. Februar habe ein unbekannter Schütze in Moskau den Generalleutnant des russischen Verteidigungsministeriums, Wladimir Alexejew, angegriffen. Der General habe überlebt, sei aber auf der Intensivstation behandelt worden.
Russische Ermittler hätten den ukrainischen Sicherheitsdienst beschuldigt und behauptet, sie hätten zwei Verdächtige festgenommen, die gestanden hätten. Ukrainische Beamte hätten jedoch jegliche Verbindung zu der Schießerei entschieden dementiert.
Zunehmende Attentate
Im Dezember 2025 wurde ein russischer General durch eine Autobombe in Moskau getötet, berichtete Reuters damals.
Es war das jüngste Ereignis in einer Reihe von Attentaten und versuchten Attentaten, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine auf russischem Boden oder in von Russland kontrollierten Gebieten verübt wurden.
Einschließlich des Autobombenanschlags im Dezember konnte Reuters mindestens neun Attentate feststellen, von denen sieben mit irgendeiner Form von Sprengstoff durchgeführt wurden.
Quellen: CNN, The Financial Times, Important Stories, Reuters