„Entweder muss Stephen Miller sich auf ein Gebiet beschränken, auf dem er weiß, wovon er spricht, oder er sollte diesen Job aufgeben“, sagte der Senator.
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Die Debatte über die außenpolitischen Prioritäten der USA trat in dieser Woche öffentlich zutage, nachdem scharfe Äußerungen eines ranghohen Beraters des Weißen Hauses seltene Kritik aus den Reihen der Republikanischen Partei ausgelöst hatten.
Der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses für Politik und Berater für Heimatschutz, Stephen Miller, sagte in einem Interview mit CNN, Grönland sollte „offensichtlich Teil der USA sein“, und stellte damit Dänemarks international anerkannte Kontrolle über Grönland infrage.
Nach Ansicht eines republikanischen Senators könnten Millers Äußerungen jedoch den Posten des Beamten gefährden.
Wachsende Unruhe in der GOP
Im Gespräch mit CNN kritisierte der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina Stephen Miller am Mittwoch scharf und deutete an, dass die Position des ranghohen Beraters des Weißen Hauses nach dessen Äußerungen zur US-Kontrolle über Grönland überprüft werden sollte.
„Entweder muss Stephen Miller sich auf ein Gebiet beschränken, auf dem er weiß, wovon er spricht, oder er sollte diesen Job aufgeben“, sagte Tillis gegenüber CNN-Moderator Jake Tapper in der Sendung „The Lead“.
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Tillis, der seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hat und seit 2018 als ranghöchster Republikaner in der parteiübergreifenden NATO-Beobachtergruppe des Senats tätig ist, stellte den Streit als mehr als nur einen Kommunikationsfehler dar und warnte vor weiterreichenden politischen Konsequenzen.
Wut im Senat
Nur wenige Stunden zuvor hatte Tillis im Senat eine eindringliche Rede gehalten und den Umgang der Regierung mit dem Thema kritisiert. „Ich habe die Dummheit satt“, sagte er und bezeichnete die Grönland-Äußerungen als „Ablenkung von der guten Arbeit“ des Präsidenten. Zudem fügte er hinzu, „die Amateure, die gesagt haben, das sei eine gute Idee, sollten ihre Jobs verlieren“.
Der Senator warf Millers CNN-Interview außerdem eine „schlechte Umsetzung“ und „Unakzeptabilität“ vor und bezeichnete die Behauptung, Grönland solle zu den USA gehören, später als „absurd“.
USA–Dänemark-Treffen geplant
Nach Millers Äußerungen wandten sich Dänemark und Grönland an die USA, um ein Treffen zu planen.
Gestern berichteten The Guardian und die Washington Post, dass US-Außenminister Marco Rubio Journalisten mitgeteilt habe, er werde „sich nächste Woche mit ihnen treffen“. Unklar ist, ob er sich dabei auf dänische und grönländische Vertreter oder nur auf dänische bezog.
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Zuvor hatte Reuters berichtet, dass mehrere Staats- und Regierungschefs von NATO-Staaten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung für Dänemark und Grönland zum Ausdruck gebracht hätten.
Quellen: CNN, The Guardian, Reuters, Washington Post