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In den Trümmern gefangen: Kiew durchlebt ein 11-stündiges Bombardement, während ein russischer Raketenschwarm 30 Menschen tötet

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Sergiy Palamarchuk / Shutterstock.com

Ein massives 11-stündiges russisches Bombardement mit fast 500 Drohnen und 70 Raketen hat Kiew verwüstet, mindestens 30 Menschen getötet und verängstigte Anwohner in den brennenden Trümmern ihrer eigenen Häuser eingeschlossen.

Ein furchterregendes 11-stündiges Bombardement hat die ukrainische Hauptstadt erschüttert und mindestens 30 Todesopfer sowie über 90 Verletzte gefordert. Russland entfesselte über Nacht eine verheerende Welle von fast 500 Drohnen und 70 Raketen, die Kiew gleichzeitig aus mehreren Richtungen ins Visier nahmen. Einem erschütternden Bericht von CNN zufolge wurden lokale Rettungsteams eilig an 59 verschiedene Orte entsandt, um die Trümmer zu durchsuchen.

Für die 61-jährige Iryna Moskaeva begann der Albtraum, als eine gewaltige Explosion ihren Wohnblock erschütterte. Sie sprang aus dem Bett, nur um festzustellen, dass ihre Haustür klemmte und alle Fenster komplett zersplittert waren. Feuerwehrleute zogen sie schließlich aus den Trümmern, was bereits das zweite Mal markiert, dass ein russischer Angriff ihr Zuhause zerstört hat.

Moskaevas schreckliche Erfahrung teilten Tausende in der ganzen Stadt, während sich der Angriff hinzog. Als die Luftalarmsirenen unerbittlich von 20 Uhr bis weit in den nächsten Morgen heulten, drängten sich über 52.000 Einwohner in die unterirdischen U-Bahn-Stationen. Unter denen, die auf den Betonbahnsteigen der Metro-Tunnel Zuflucht suchten, befanden sich 4.500 Kinder.

Weitflächige Verwüstung und der Ruf nach Luftverteidigung

Das schiere Ausmaß der nächtlichen Zerstörung hat die lokalen Rettungseinsätze überfordert. Während die ukrainische Luftabwehr den Großteil des anfliegenden Schwarmes erfolgreich abfangen konnte, schlugen dennoch 33 schwere Projektile mit katastrophalen Folgen ein. Zu den getroffenen Zielen gehörten in erster Linie gewöhnliche Wohnhochhäuser, aber auch eine Rettungswache, ein Hotel und ein Forschungsinstitut.

Die schwersten strukturellen Schäden traten im Bezirk Darnytskyi im Südosten der Stadt auf. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko merkte an, dass ein großer Teil eines dortigen Wohngebäudes durch einen direkten Treffer „buchstäblich weggesprengt“ wurde. Rettungskräfte graben immer noch verzweifelt in genau diesen Ruinen und suchen nach einem 15-jährigen Mädchen und ihrer verschütteten Familie.

Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte den verwüsteten Ort in Darnytskyi und bestätigte, dass der einzige Einschlag 64 Wohnungen auslöschte. Er verurteilte den Angriff und erklärte, er sei von den russischen Streitkräften absichtlich so konzipiert worden, um maximale zivile Opfer zu fordern. Der ukrainische Führer nutzte die düstere Kulisse, um einen dringenden Appell an die westlichen Verbündeten für mehr Patriot-Raketenabwehrsysteme zu richten.

Der Kreislauf der Vergeltung erstreckt sich über die Grenzen hinweg

Moskau hat diesen massiven Luftangriff aktiv als direkte Vergeltung und nicht als unprovozierten Angriff dargestellt. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, man habe hochpräzise Waffen eingesetzt, um militärische und energetische Infrastruktur zu treffen. Sie rechtfertigten das Bombardement als notwendige Reaktion auf die jüngsten ukrainischen Drohnenkampagnen, die auf zivile Infrastruktur auf russischem Territorium abzielten.

Die Ukraine hat im vergangenen Monat in der Tat eine beispiellose, weitreichende Drohnenkampagne gestartet. Kurz vor dem Bombardement auf Kiew traf das ukrainische Militär erfolgreich eine der größten russischen Ölraffinerien in Kstovo, Hunderte von Kilometern östlich von Moskau. Kiews Streitkräfte trafen auch eine strategische Eisenbahnbrücke und einen russischen militärischen Kommandoposten in Charkiw.

Trotz der Behauptungen des Kremls über präzise Zielerfassung erzählt die Realität auf den Straßen von Kiew eine ganz andere Geschichte von zivilem Leid. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte Reportern unverblümt, dass Moskau den militärischen Druck auf das ukrainische Regime weiter erhöhen werde. Unterdessen bleibt den einfachen Bürgern nichts anderes übrig, als die brennenden Trümmer ihrer Nachbarschaften zu durchsuchen und sich auf die nächste unvermeidliche Welle von Sirenen vorzubereiten.