Startseite Nachrichten Iranische Zeitung beansprucht Sieg über Trump: „Eine glorreiche Niederlage“

Iranische Zeitung beansprucht Sieg über Trump: „Eine glorreiche Niederlage“

Donald Trump Iran Strait of Hormuz
IMAGO / UPI Photo + Shutterstock

Wenn ein langer Konflikt endlich abklingt, beginnt sofort der Kampf der Worte.

Beide Seiten versuchen üblicherweise, das Ergebnis zu ihren Gunsten darzustellen und ihre Bürger davon zu überzeugen, dass der Kampf sich gelohnt hat. Ein umfassendes neues diplomatisches Abkommen hat eine Welle triumphaler Medienreaktionen im Ausland ausgelöst, berichtet HotNews.

Glorreiche Niederlage

Die Tinte unter dem neuen Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran ist kaum trocken. Doch die Propagandamaschinerie läuft bereits auf Hochtouren. Medien im Iran feiern lautstark, was sie als großen Sieg über den Westen bezeichnen. Laut einem Bericht von HotNews, der sich auf Berichte von CNN und News.ro bezog, verspotteten lokale Titelseiten am Donnerstag die amerikanischen Militärambitionen.

Eine prominente Tageszeitung, Javan, die enge Verbindungen zu den Iranischen Revolutionsgarden unterhält, erklärte, die Vereinigten Staaten hätten „eine glorreiche Niederlage“ erlitten. Die Publikation argumentierte, Israel und die USA hätten den Krieg mit großen Zielen begonnen. Dennoch sei der Iran viel stärker daraus hervorgegangen, als irgendjemand erwartet hatte.

Andere staatlich unterstützte Medien nahmen US-Präsident Donald Trump direkt ins Visier. Die Zeitung Hamshahri druckte eine Titelseitenillustration, die den amerikanischen Führer zeigt, wie er auf ein zerknülltes Stück Papier beißt. Die begleitende Schlagzeile lautete: „Auf den Flügeln des Windes“, eine traditionelle persische Redewendung, die etwas völlig Verschwendetes beschreibt.

Nicht verhandelbare Waffen

Der Triumphalismus erstreckte sich auch auf die hochstrategischen Wasserstraßen des Landes. Eine konservative und einflussreiche Zeitung namens Kayhan erinnerte ihre Leser an den Würgegriff der Nation auf globale Öllieferungen. Die Botschaft war unmissverständlich. Ihre Titelseite titelte: „Die Straße von Hormus ist unsere Waffe der Abschreckung; unser Einfluss ist nicht verhandelbar.“

Jenseits militärischer Prahlerei konzentrierten sich einige Redakteure stark auf den finanziellen Segen, der durch das neue Abkommen versprochen wird. Die Publikation Sazandegi prangte die Zahl 300 auf ihrer Titelseite. Dies war ein direkter Verweis auf den potenziellen Wiederaufbaufonds von 300 Milliarden US-Dollar, der im Abkommen enthalten ist.

Dieses Geld würde von privaten internationalen Investoren und nicht von amerikanischen Steuerzahlern stammen, doch lokale Medien stellen es bereits als massive wirtschaftliche Auszahlung dar. Während Washington das Abkommen als Mittel zur Beendigung der Feindseligkeiten verteidigt, verliert Teheran keine Zeit, seiner Öffentlichkeit den totalen Sieg zu verkünden.

Quellen: HotNews, CNN, News.ro