Einige der weltweit bekanntesten Surfgebiete könnten sich drastisch verändern, da der steigende Meeresspiegel und die zunehmende Küstenbebauung ihre Küstenlandschaften umgestalten.
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Folgen weit über die Surfergemeinschaft hinausreichen könnten. Auch die Einnahmen aus dem Tourismus und Unternehmen, die auf verlässliche Wellenbedingungen angewiesen sind, könnten gefährdet sein. Das berichtet The Guardian.
Berühmte Surfspots bedroht
Eine in der Fachzeitschrift Climatic Change veröffentlichte Studie untersuchte 57 Surfgebiete in acht Ländern. Grundlage waren die Einschätzungen von fast 200 lokalen Experten.
Die Forscher stellten eine weitverbreitete Gefährdung fest. Demnach sind 79 Prozent der untersuchten Standorte einem mittleren oder hohen Risiko durch den Anstieg des Meeresspiegels ausgesetzt. Bei 89 Prozent bestehen vergleichbare Risiken im Zusammenhang mit der Widerstandsfähigkeit der Küsten.
Laut The Guardian gehören Croyde in England, Noosa in Australien, Santa Cruz in Kalifornien und bekannte Surfspots in El Salvador zu den bedrohten Gebieten. Veränderungen der Wassertiefe, der Beschaffenheit des Meeresbodens und der Sandbewegungen können die Bedingungen beeinflussen, die für die Entstehung gleichmäßiger und verlässlicher Surfwellen entscheidend sind.
Küstenbebauung erhöht die Risiken
Die Forscher stellten fest, dass natürliche Küstenlinien im Allgemeinen besser auf Umweltveränderungen reagieren können als stark bebaute Küstenabschnitte.
Betonbarrieren, Buhnen und andere Küstenschutzanlagen können verhindern, dass sich Strände bei steigendem Meeresspiegel landeinwärts verlagern. Dadurch könnten sich die Bedingungen für das Surfen verschlechtern.
Dan Reineman von der California State University Channel Islands erklärte gegenüber The Guardian, dass Surfwellen von einer außergewöhnlich präzisen Kombination verschiedener Meeresbedingungen abhängen.
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass eine gezielte Steuerung der Küstenbebauung dazu beitragen könnte, einige gefährdete Surfgebiete zu erhalten.
Lokale Wirtschaft droht Einnahmen zu verlieren
Die möglichen Folgen betreffen auch Restaurants, Beherbergungsbetriebe und andere Unternehmen, die von surfenden Touristen leben.
The Guardian berichtete, dass der Surftourismus in Santa Cruz jährlich rund 200 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. In El Salvador sind einige Gemeinden in hohem Maße von Besuchern abhängig, die wegen der dortigen Wellen anreisen.
Die Forscher empfehlen, lokale Surfer stärker in die Umweltüberwachung und Küstenplanung einzubeziehen. Dabei soll ihr detailliertes Wissen über die sich verändernden Bedingungen genutzt werden.
In Australien, Neuseeland und Peru gibt es bereits Schutzmaßnahmen, bei denen die Bedeutung von Surfgebieten in der Raum- und Küstenplanung berücksichtigt wird.
Die Studie sagt nicht voraus, dass jede bedrohte Surfwelle verschwinden wird. Stattdessen zeigt sie auf, an welchen Standorten Umweltveränderungen und bauliche Entwicklungen die Surfbedingungen beeinträchtigen könnten, wenn keine geeigneten Schutz- und Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden.
Quellen: The Guardian, Climatic Change, Save the Waves Coalition.