Momente internationaler Unsicherheit rufen häufig Erinnerungen an eine Ära wach, die viele Amerikaner für überwunden hielten. Obwohl die Vereinigten Staaten die verpflichtende Einberufung zum Militärdienst vor mehr als einem halben Jahrhundert beendet haben, flammt die öffentliche Debatte über die Wehrpflicht immer wieder auf, sobald das Risiko eines umfassenderen Konflikts ins Gespräch kommt.
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Die letzte militärische Einberufung in den USA fand 1973 statt, doch der rechtliche Rahmen dafür wurde nie abgeschafft. Diese fortbestehende Struktur sorgt sowohl für Besorgnis als auch für Verwirrung darüber, wer betroffen sein könnte, falls das Land in einen großen Krieg verwickelt würde.
Gesetz besteht weiterhin
Bundesrecht erlaubt es der US-Regierung, die Wehrpflicht wieder einzuführen, jedoch nur, nachdem der Kongress entsprechende Gesetze verabschiedet und der Präsident dies genehmigt hat.
Nach Angaben von Newsner ist diese rechtliche Hürde erheblich. Allein die Registrierung bedeutet nicht, dass eine Einberufung aktiv ist, und Gesetzgeber müssten handeln, bevor irgendjemand zum Dienst verpflichtet werden könnte.
Wer sich registrieren muss
Nach den derzeitigen Vorschriften sind die meisten Männer, die in den Vereinigten Staaten leben, verpflichtet, sich mit Vollendung des 18. Lebensjahres beim Selective Service System zu registrieren. Diese Pflicht gilt sowohl für Staatsbürger als auch für Nichtstaatsbürger.
Newsner berichtet, dass auch undokumentierte Einwanderer zur Registrierung verpflichtet sind. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, kann mit Strafen rechnen, die von Geldbußen und Haftstrafen bis hin zu Einschränkungen beim Zugang zu staatlichen Leistungen, Bildungsförderung und bestimmten Arbeitsplätzen reichen.
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Häufige Missverständnisse
Eine weit verbreitete Annahme ist, dass im Krisenfall sofort eine Einberufung verhängt werden könnte. In Wirklichkeit betonen Experten, dass das moderne US-Militär auf Freiwillige setzt und die Wehrpflicht nur in Betracht gezogen würde, wenn diese Zahlen nicht ausreichen.
Ein weiteres Missverständnis ist die Vorstellung, dass alle Betroffenen gleichzeitig einberufen würden. Tatsächlich ist das Selective Service System darauf ausgelegt, Einberufungen auf bestimmte Altersgruppen zu beschränken, abhängig vom militärischen Bedarf.
Prioritätsgruppen
Sollte eine Wehrpflicht genehmigt werden, würde die Auswahl durch ein Lotteriesystem auf Basis der Geburtsdaten erfolgen. Richtlinien des Selective Service zufolge hätten Männer, die im Jahr der Auslosung 20 Jahre alt werden, Vorrang; andere Altersgruppen würden nur bei Bedarf berücksichtigt.
Ausgewählte Personen würden vor einer möglichen Einberufung überprüft, und nur als tauglich eingestufte Personen würden weiter berücksichtigt.
Ein System in Reserve
Offizielle Stellen betonen, dass es derzeit keine aktive Wehrpflicht in den Vereinigten Staaten gibt. Das Selective Service System dient als Vorsorgemaßnahme und ist kein Signal für eine unmittelbar bevorstehende Einberufung.
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Vorerst bleibt es eine Erinnerung daran, wie sich nationale Politik in außergewöhnlichen Zeiten verändern kann.
Quellen: Newsner, Selective Service System