Über den Hinterhalt wurde breit berichtet, doch die Einzelheiten dessen, was vor Ort geschah, wurden nicht unabhängig überprüft.
Militärpartnerschaften versprechen oft Sicherheit und gegenseitigen Schutz, wenn in instabilen Regionen gewaltsame Konflikte aufflammen.
Doch wenn ein tödlicher Hinterhalt zuschlägt, kann die Loyalität auf dem Schlachtfeld in Sekundenschnelle schwinden.
Diese harte Lektion spielte sich gerade in Westafrika ab, als ein gemeinsamer russisch-malischer Militärkonvoi in einen Hinterhalt geriet.
Im Stich gelassen
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) bewegte sich der Konvoi durch die Region Gao im Norden Malis, als Rebellenkämpfer ohne Vorwarnung zuschlugen.
Anstatt die Stellung zu halten, sollen die russischen Kräfte, die zum Schutz der Kolonne abgestellt waren, ihre Ausrüstung gepackt und vom Ort des Geschehens geflohen sein. Der ukrainische Militärgeheimdienst berichtete, dass die russischen Kräfte sich geweigert hätten, während des Gefechts bewaffnete Hubschrauber oder Überwachungsdrohnen in der Nähe einzusetzen, wodurch die malischen Regierungstruppen ohne Bodenunterstützung oder Luftdeckung im offenen Gelände zurückgelassen wurden.
Die Verluste waren hoch: Mindestens 60 malische Soldaten starben während der Kämpfe, während 30 weitere gefangen genommen wurden, als ihre gepanzerten Fahrzeuge in der Wüste brannten.
Der Bericht des HUR bezieht sich auf das Gefecht Mitte Juli in der Nähe von Gao, über das Reuters am 20. Juli berichtete, wobei militante Quellen behaupteten, dass über 50 Soldaten und russische Kämpfer getötet oder als Geiseln genommen worden seien. Die vom HUR bereitgestellten spezifischen taktischen Details wurden nicht unabhängig überprüft.
Kanonenfutter für Moskau
Geheimdienstmitarbeiter in Kyjiw argumentieren, dass der schreckliche Vorfall aufzeige, wie Moskau seine afrikanischen Partner betrachte. Russische Kommandeure schienen bereit zu sein, ihr eigenes Überleben zu priorisieren, während sie lokale Truppen verheerende Verluste auf dem Schlachtfeld erleiden ließen.
„Die Episode zeigte einmal mehr, dass Russland das Militär der malischen Junta als ‚Kanonenfutter‘ einsetzt, um seine eigenen Ziele in Mali zu erreichen“, so der HUR.
Über die Taktiken auf dem Schlachtfeld hinaus deuten Berichte darauf hin, dass russische Agenten Korruptionsnetzwerke innerhalb der malischen Militärstruktur etabliert haben. Geheimdienstquellen behaupten, dass Truppen sogar Kleinwaffen verkauft hätten, die zuvor durch offizielle russische Militärhilfsprogramme bereitgestellt worden waren.
Gold und Kontrolle
Die in der Region operierende russische Militärformation ist als Afrikakorps bekannt. Moskau bildete die Einheit direkt unter seinem Verteidigungsministerium, nachdem der Aufstand der Wagner-Gruppe im Jahr 2023 zusammengebrochen war.
Kreml-Strategen konzentrieren sich weiterhin darauf, langfristigen Reichtum und politischen Einfluss in ganz Afrika zu sichern. Der Zugang zu wertvollen Gold- und Uranvorkommen treibt Moskaus anhaltende Kampagne in Mali an.
Rebellengruppen behaupteten auch, Anfang dieses Monats einen russischen Mi-24-Kampfhubschrauber in der Nähe von Gao abgeschossen zu haben. Videoaufnahmen im Netz bestätigten die Absturzstelle, was auf zunehmende Unruhen in der gesamten Region hindeutet.