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Minneapolis für den Friedensnobelpreis nominiert – inmitten von ICE-Protesten

Nobel peace prize
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Minneapolis ist nach mehreren Wochen von Unruhen, die mit der föderalen Durchsetzung der Einwanderungsgesetze in Verbindung stehen, für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Der ungewöhnliche Vorschlag hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob eine Stadt Frieden repräsentieren kann und wie der Preis verwendet werden soll.

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Minneapolis ist in den Mittelpunkt einer internationalen Debatte geraten, nachdem ein amerikanisches Magazin die Stadt und ihre Bewohner für den Friedensnobelpreis nominiert hat.

Der Vorschlag folgt auf mehrere Wochen von Unruhen im Zusammenhang mit der föderalen Durchsetzung der Einwanderungsgesetze und hat eine lokale Auseinandersetzung in eine breitere Diskussion über moralische Anerkennung, Zulässigkeit und den Zweck des Preises selbst überführt.

Er hat zudem eine erneute Prüfung ausgelöst, wie der Friedensnobelpreis verwendet wird.

Ein ungewöhnlicher Vorschlag

In einer formellen Eingabe an das Norwegische Nobelkomitee argumentierte das Magazin The Nation, Minneapolis habe „den Maßstab des Komitees zur Förderung von ‚Demokratie und Menschenrechten sowie von Bemühungen zur Schaffung einer besser organisierten und friedlicheren Welt‘ erfüllt und übertroffen“.

Die Redaktion räumte ein, dass „seit der Stiftung des Preises im Jahr 1901 keine Kommune jemals ausgezeichnet worden ist“, erklärte jedoch, dass die jüngsten Ereignisse eine Neubewertung dieses Präzedenzfalls rechtfertigten.

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Diese Darstellung spiegelt die redaktionelle Position von The Nation wider, nicht eine erklärte Haltung des Nobelkomitees.

Was sich vor Ort ereignete

Newsweek berichtete, dass der Nominierung mehrere Wochen der Spannungen vorausgingen, nachdem Bundesbeamte Renee Nicole Good und Alex Jeffrey Pretti in Minneapolis tödlich erschossen hatten.

Die Todesfälle ereigneten sich im Rahmen von Präsident Donald Trumps Operation Metro Surge, bei der große Zahlen von ICE- und Grenzschutzbeamten in die Stadt entsandt wurden.

Als Reaktion organisierten Anwohner anhaltende Demonstrationen, Gedenkveranstaltungen und Solidaritätsaktionen, von denen einige vorübergehende Geschäftsschließungen einschlossen, so Newsweek.

Historiker des Friedensnobelpreises und Nobel-Forscher argumentieren häufig, dass Nominierungen eher als symbolische Interventionen denn als Vorhersagen darüber fungieren, wer den Preis letztlich erhalten wird.

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Aus dieser Perspektive lässt sich die Nominierung von Minneapolis als Versuch verstehen, eine lokale bürgerschaftliche Reaktion zu einem internationalen moralischen Anspruch über Staatsgewalt, Bürgerrechte und gewaltfreien Widerstand zu erheben.

Institutionelle Zurückhaltung

Analysten weisen darauf hin, dass das Norwegische Nobelkomitee historisch gesehen Einzelpersonen oder Organisationen mit klar definierten Mandaten bevorzugt hat.

Diese Tendenz wird oft als Versuch interpretiert, rechtliche Unklarheiten und politischen Gegenwind zu vermeiden – eine Dynamik, die unkonventionelle Nominierungen wie die einer Stadt erschweren könnte.

Lokale Reaktionen unterstreichen die emotionalen Dimensionen. American Kahani veröffentlichte eine Reflexion der Einwohnerin von Minneapolis, Padma Nadella, in der sie Angst, Trauer und nachbarschaftliche Solidarität während der Durchsetzungsmaßnahmen beschrieb.

Sie schrieb, die Nachricht von der Nominierung habe sie „so stolz auf dich, Minnesota“ gemacht.

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Der Friedensnobelpreis wird am 9. Oktober 2026 bekannt gegeben.

Quellen: Newsweek, The Nation, American Kahani, Website des Friedensnobelpreises