Startseite Nachrichten NGO warnt: Belarus‘ Infrastruktur wird an Russlands Militärbedürfnisse angepasst

NGO warnt: Belarus‘ Infrastruktur wird an Russlands Militärbedürfnisse angepasst

Aleksandr Lukashenko
Asatur Yesayants / Shutterstock.com

Wenn eine kleinere Nation direkt neben einer globalen Supermacht liegt, werden ihre unabhängigen Fabriken oft von den Ambitionen eines größeren Nachbarn vereinnahmt.

Friedenszeiten-Produktionslinien können sich unbemerkt auf die Herstellung von Kriegswerkzeugen umstellen, sobald ausländisches Kapital über die Grenze fließt. Nun hat eine Überwachungsgruppe eine tiefgreifende Integration aufgedeckt, berichtet Digi24.ro.

Bauen für Moskau

Belarus baut seine Militärinfrastruktur rasch aus, um den spezifischen Bedürfnissen der russischen Streitkräfte zu dienen. Einem Bericht von Digi24.ro zufolge enthüllte ein Vertreter der Überwachungsorganisation BelPol bei einem kürzlichen Sicherheitstreffen in Kiew das Ausmaß dieser stillen industriellen Übernahme.

Die Webseite The Odessa Journal berichtete, dass mehr als 500 belarussische Unternehmen derzeit Militärgüter für Russland produzieren. Dieser massive Produktionsschub stütze sich stark auf direkte finanzielle Unterstützung aus Moskau.

Einige dieser Anlagen würden sogar komplett neu gebaut. BelPol-Vertreter Wladimir Jigar erklärte, diese neuen Anlagen konzentrierten sich ausschließlich auf die Erfüllung spezifischer russischer Verteidigungsanforderungen. Sobald die Güter die Fabrikhallen verlassen, gelangten sie direkt in Kampfgebiete.

Granaten und Raketen

Ein wichtiges Beispiel für diese massive industrielle Expansion ist eine brandneue Munitionsfabrik in der Region Sluzk. Jigar zufolge werde die Vollzyklus-Anlage bis Ende des Jahres eröffnet.

Im strengen Zweischichtbetrieb würden die Arbeiter vor Ort schwere Artilleriegranaten und Raketen produzieren. Die riesige Anlage werde jährlich 240.000 Einheiten ausstoßen. Diese Produktion sei gleichmäßig auf 122-mm- und 152-mm-Kaliber aufgeteilt.

Interessanterweise befinde sich die Fabrik auf dem Gelände alter Militärlager, die bereits 1996 zerstört wurden. Jigar merkte an, es sei völlig offensichtlich, wohin diese neue Munition gelangen werde.

Produktion beschleunigen

Dieser industrielle Wandel gehe weit über grundlegende Munition hinaus. Die Fabriken des Landes reparierten auch beschädigte militärische Ausrüstung und bauten fortschrittliche Drohnensysteme, um die russischen Operationen zu unterstützen.

BelPol agiert als unabhängige Gruppe, bestehend aus ehemaligen Mitarbeitern der Sicherheitsdienste, die nun Menschenrechtsverletzungen untersuchen. Ihre jüngsten Erkenntnisse zeigten, dass die Militarisierung der belarussischen Wirtschaft schneller voranschreite als je zuvor.

Quellen: Digi24.ro, The Odessa Journal