Die Garden sind von der EU als Terrororganisation eingestuft.
Im März, als Donald Trump europäische Länder aufforderte, sich an einer globalen Anstrengung zur Entsendung von Schiffen zur Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen, war die Reaktion aus Europa sehr deutlich.
Wie der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die europäischen Gedanken zur Unterstützung Trumps formulierte: „Das ist nicht unser Krieg.“
Obwohl sie nicht dieselben Worte verwendete, kam dieselbe Botschaft von der EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas, als sie sagte, dass „niemand bereit sei, seine Leute in der Straße von Hormus in Gefahr zu bringen“.
Doch die Europäische Union bekämpft den Iran – oder zumindest Irans Revolutionsgarden – tatsächlich aktiv.
Allerdings auf dem digitalen Schlachtfeld.
Ein massiver digitaler Schlag
Die europäische Polizei hat soeben einen großen Schlag gegen Online-Propaganda koordiniert. Laut Europol haben Ermittler mehr als 14.200 Beiträge, die mit den Islamischen Revolutionsgarden Irans in Verbindung stehen, markiert und ins Visier genommen.
Die Europäische Union stufte die militärische Gruppe im Februar offiziell als Terrororganisation ein. Diese rechtliche Entscheidung gab der Polizei schließlich grünes Licht, um ihre umfangreiche digitale Präsenz zu verfolgen, und die Operation wurde von der EU Internet Referral Unit (EU IRU) von Europol geleitet.
Zwischen Februar und April schlossen sich 19 verschiedene Länder zusammen. Die große Koalition umfasste die Vereinigten Staaten, die Ukraine und mehrere europäische Nationen, die eng zusammenarbeiteten.
Sie wollten herausfinden, wie genau das Netzwerk seine Botschaften verbreitete, neue Anhänger rekrutierte und weltweit Gelder sammelte.
Die Verbreitung der Botschaft
Die illegalen Inhalte waren überall zu finden. Ermittler entdeckten Material, das sich in gängigen sozialen Netzwerken, unabhängigen Webblogs und beliebten Video-Streaming-Seiten versteckte.
Es war nicht auf eine bestimmte Region beschränkt. Europol erklärte, dass die verbotene Propaganda auf Englisch, Französisch, Spanisch, Persisch und Arabisch erschien.
Einige moderne Videos nutzten sogar künstliche Intelligenz, um die militärische Gruppe zu verherrlichen. Andere Beiträge mischten extremes religiöses Märtyrertum mit intensiven politischen Reden oder gewalttätigen Aufrufen zur Rache für Ayatollah Ali Khamenei.
Europol stellte fest, dass das Entfernen dieser spezifischen Links auch die Online-Präsenz verbündeter Stellvertretergruppen beeinträchtigte. Dieser indirekte Schaden betraf Inhalte, die von Hamas, Hisbollah und mehreren anderen produziert wurden.
Warum das wichtig ist
Das iranische Regime ist dafür bekannt, Netzwerke militanter Gruppen zu finanzieren, auszubilden und zu bewaffnen, um westliches Personal sowie diplomatische Interessen ins Visier zu nehmen.
Ein Teil der iranischen Kampagne konzentriert sich darauf, online neue Mitglieder anzuwerben, darunter möglicherweise auch Personen, die in westlichen Staaten leben.
Im März veröffentlichte das Internationale Zentrum zur Terrorismusbekämpfung einen Bericht über Terrorrisiken nach der Tötung von Irans Ayatollah durch die USA. Darin wurde auf das Risiko hingewiesen, dass Einzelpersonen aus Rache für die Tötung Terroranschläge verüben könnten.
Um diese Bedrohung einzudämmen, ist die Zerschlagung der iranischen Online-Propaganda von entscheidender Bedeutung, und durch die Einstufung der Iranischen Revolutionsgarde als Terrorgruppe hat die europäische Polizei nun die Möglichkeit, solche Operationen durchzuführen.
Neue Versteckmöglichkeiten
Die koordinierte Operation traf sofort einige wichtige Ziele. Das Hauptkonto der Gruppe auf X, das zuvor über 150.000 Follower hatte, wurde in der gesamten EU schnell gesperrt.
Tausende andere digitale Links verschwanden aus dem Internet.
Die ins Visier genommene Gruppe weiß jedoch genau, wie sie sich an internationalen Druck anpasst. Europol berichtete, dass das Netzwerk stark auf Webhosting-Anbieter angewiesen ist, die von Russland bis Amerika verteilt sind.
Ermittler bemerkten auch eine bewusste und leise Verschiebung in der Art und Weise, wie das Netzwerk seine täglichen Finanzoperationen abwickelt. Um traditionelle Banken erfolgreich zu umgehen, nutzt die Gruppe zunehmend Kryptowährungstransaktionen zur Finanzierung ihrer digitalen Kampagnen.
Quellen: Europol, Reuters, NewsEU