Norwegen ist der jüngste amerikanische Verbündete, der Warnungen vor möglichen Verzögerungen bei US-Waffenlieferungen erhalten hat, da Washington mit zunehmendem Druck auf seine militärischen Lagerbestände konfrontiert ist.
WPTech berichtete, dass US-Beamte kürzlich die norwegischen Behörden darüber informiert hätten, dass geplante Lieferungen amerikanischer Waffen verschoben werden könnten, obwohl noch keine endgültige Entscheidung bekannt gegeben wurde.
Weitere Verbündete betroffen
Laut WPTech wurden in den letzten Wochen bereits ähnliche Warnungen an Länder wie Estland und Litauen ausgesprochen.
Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte im April ebenfalls, dass Polen möglicherweise vor dem gleichen Problem stehen könnte.
Das norwegische Verteidigungsministerium teilte mit: „Norwegen hat von den US-Behörden die Information erhalten, dass Verzögerungen möglich sind. Gleichzeitig wird betont, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde.“
Druck auf Lagerbestände
Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre brachte die Situation mit dem starken militärischen Engagement der USA im Konflikt mit dem Iran in Verbindung.
WPTech zitierte Berichte von CNN, die sich auf Analysen des Think Tanks CSIS und Quellen aus dem Pentagon stützten und besagten, dass das US-Militär bei Zusammenstößen im Nahen Osten fast die Hälfte seines Bestands an Patriot-Abfangraketen verbraucht habe.
Der Bericht fügte hinzu, dass auch eine große Anzahl von Tomahawk-Marschflugkörpern und JASSM-Luft-Boden-Raketen verbraucht worden sei.
Europa strebt Unabhängigkeit an
„Für mich unterstreicht diese Situation, dass Europa weiterhin mit den Vereinigten Staaten im Bereich der militärischen Ausrüstung zusammenarbeiten muss, wir aber gleichzeitig autarker werden und die interne Zusammenarbeit stärken müssen“, sagte Støre.
Laut WPTech könnten mögliche Verzögerungen für Norwegen Waffen betreffen, die mit seiner F-35-Kampfjetflotte oder mit Raketen des NASAMS-Luftverteidigungssystems in Verbindung stehen.
Der Bericht stellte fest, dass die AIM-120 AMRAAM-ER-Rakete, die gemeinsam von Raytheon und dem norwegischen Unternehmen Kongsberg entwickelt wurde, zu den betroffenen Systemen gehören könnte.
Wachsende Bedenken
Die Warnungen spiegeln die zunehmenden Bedenken unter den US-Verbündeten wider, ob Washington weiterhin fortschrittliche Waffen ins Ausland liefern und gleichzeitig ausreichende Reserven für die eigenen militärischen Bedürfnisse aufrechterhalten kann.
WPTech berichtete, dass das Thema immer sensibler geworden sei, da die Konflikte sowohl in Europa als auch im Nahen Osten weiterhin Druck auf die westlichen Verteidigungsindustrien und die Raketenproduktion ausübten.
Quellen: WPTech, CNN, CSIS.