Das Navigieren in internationalen Gewässern erfordert stets äußerste Vorsicht, insbesondere wenn Militärschiffe in der Nähe sind.
Ein kleines Missverständnis kann sich schnell zu einer großen diplomatischen Belastung entwickeln. Nun hat eine angespannte Begegnung auf hoher See online weitreichenden Spott ausgelöst, berichtet The Express.
Gefährliche Nahbegegnung
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag im Ärmelkanal unter dichtem Nebel. Ein russisches Kriegsschiff näherte sich unerwartet einem Privatboot. Laut einem Bericht von The Express feuerte die Militärfregatte „Admiral Grigorowitsch“ während der Konfrontation Warnschüsse ab.
Bei dem Privatboot handelte es sich um die „Bright Future“, eine in Großbritannien registrierte Yacht. An Bord befanden sich Alan Kelvey (71) und seine Frau Jane (69), zwei britische Rentner, die segelten. Das Kriegsschiff feuerte seine Schüsse Berichten zufolge aus einer Entfernung von etwa 450 Metern ab.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt, und die Yacht erlitt keinen Schaden. Das Paar setzte seine Reise sicher fort. Die bizarre Konfrontation erregte jedoch schnell die Aufmerksamkeit von Beobachtern in der Ukraine, die keine Zeit verloren, sich über die russische Marine lustig zu machen.
Zutiefst verwunderte Beobachter
Ukrainische Kommentatoren nutzten die Geschichte schnell, um Moskaus militärische Leistungsfähigkeit zu verspotten. An der Spitze stand der Telegram-Kanal Pravda Gerashchenko. In einem bissigen Beitrag spottete der Kanal: „Es scheint, die russische Flotte hat endlich einen Feind gefunden, den sie nicht scheut, als Bedrohung für die nationale Sicherheit aufzuführen.“
Andere Medienpersönlichkeiten stimmten in das Gelächter ein. Der ukrainische Fernsehmoderator Dmitry Gordon stellte die offiziellen Erklärungen der russischen Seite offen infrage. Gordon bemerkte sarkastisch: „Eine Segelyacht versuchte, eine Militärfregatte zu rammen. Sehr ‚überzeugend‘!“
Der Spott verstärkte sich, als ukrainische Kanäle frühe russische Militärberichte mit der Realität verglichen. Ein russisches Militärmedium namens Fighterbomber hatte behauptet, das Kriegsschiff habe das Feuer eröffnet, um zwei britische Kriegsschiffe daran zu hindern, ein eskortiertes Schiff zu kapern.
Verwandlung in Kriegsschiffe
Der Nexta-Kanal entlarvte diese Behauptung schnell, indem er ein Foto des kleinen Bootes des Rentnerpaares veröffentlichte.
Nexta kommentierte: „So sieht die Yacht aus, die von der russischen Fregatte im Ärmelkanal bedroht wurde. Die Z-Menge hat es übertrieben. Mit einem Handstreich werden aus einer Rentneryacht zwei Kriegsschiffe. Ist das die Art von Bericht, die auch auf Putins Schreibtisch landen wird?“
Derweil versuchten offizielle Stimmen in Moskau, den Vorfall herunterzuspielen. Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, veröffentlichte eine Karte von Moskau und scherzte darüber, das Kriegsschiff an der britischen Botschaft vorbeizusegeln.
Sacharowa fragte online: „Kehrt die ‚Admiral Grigorowitsch‘ auf diesem Weg nach Hause zurück? Ich frage nur vorsorglich, falls die britische Botschaft Lust auf eine weitere gefährliche Nahbegegnung hat.“
Quellen: The Express