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Putins Finanzteam hat ihn vor einer groß angelegten Wirtschaftskrise gewarnt – und sie wird in einigen Monaten eintreten

Vladimir Putin
Matic Stojs Lomovsek / Shutterstock.com

Laut einer anonymen Quelle könnte die Krise in „drei bis vier Monaten“ eintreten.

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Nach zwei Jahren kriegsbedingter Expansion hat Russlands Wirtschaft bereits an Schwung verloren.

Die Moscow Times berichtete zuvor, dass sich das Wachstum im Jahr 2025 auf 1 Prozent verlangsamt habe, während die meisten zivilen Industriezweige schrumpften und die Schuldenlasten stark anstiegen.

Russlands Zentralbank schätzt, dass Kredite im Umfang von mehr als 10 Billionen Rubel (130 Milliarden US-Dollar) notleidend geworden sind, was den zunehmenden Druck auf die Kreditgeber unterstreicht.

Bloomberg berichtete am 31. Januar, dass der Kreml auf der Suche nach bis zu 1,2 Billionen Rubel (16 Milliarden US-Dollar) an neuen Einnahmen sei, um die Haushaltsziele zu stabilisieren.

Hinter den Kulissen werden die Warnungen zunehmend schwieriger einzudämmen – und Putins eigenes Finanzteam scheint zu versuchen, dem russischen Staatschef klarzumachen, was auf das Land zukommt.

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Leise Alarmsignale

Laut der Washington Post haben Mitglieder des Finanzteams von Präsident Wladimir Putin davor gewarnt, dass Russland im zweiten Quartal 2026 mit einer groß angelegten Wirtschaftskrise konfrontiert sein könnte.

Berichten zufolge warnten die Beamten, dass die Haushaltsdefizite weiter wachsen würden, sofern die Steuern nicht erneut erhöht werden. Gleichzeitig belasten hohe Zinssätze und die erzwungene Umlenkung von Unternehmenskrediten zur Unterstützung des Krieges in der Ukraine den russischen Bankensektor, so die Post.

Ein in Moskau ansässiger Geschäftsmann, der anonym mit der Zeitung sprach, sagte, der Abschwung könne in „drei oder vier Monaten“ eintreten.

Er erklärte zudem, dass die Inflation vor Ort deutlich höher zu sein scheine als die offiziell gemeldeten 6 Prozent, während die Zentralbank die Zinssätze bei 16 Prozent halte.

Öl und Druck

Sinkende Öleinnahmen sind laut dem Bericht ein zentraler Treiber der wachsenden Defizite, so die Washington Post.

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Niedrigere Weltmarktpreise und westliche Bemühungen, Russlands sogenannte Schattenflotte von Tankern zu stören, schmälern die Exporterlöse und setzen den Kreml politischen Risiken aus.

„Dies ist nicht nur eine Bedrohung für die Wirtschaft, sondern auch eine politische Frage, ob Russland solche Maßnahmen [erzwungene Störungen der Schifffahrt] zulassen kann, ohne seinen politischen Ruf zu verlieren“, zitierte die Zeitung einen russischen Wissenschaftler, der „hochrangigen Moskauer Diplomaten nahesteht“.

Quellen: The Washington Post, Bloomberg, The Moscow Times, New Voice of Ukraine