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Russische Lehrkräfte angewiesen, die sozialen Medien von Schülern zu überwachen, um Schulangriffe zu verhindern

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Im Jahr 2026 gab es bislang fünf Vorfälle, gegenüber 12 im gesamten Jahr 2025.

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In der russischen Region Tatarstan nimmt derzeit stillschweigend ein neues Experiment zur Sicherheit an Schulen Gestalt an.

Die Behörden erklären, es solle auf ein beunruhigendes Muster reagieren, das sich landesweit abzeichnet.

Die Initiative verlagert neue Verantwortlichkeiten auf Lehrkräfte und Schulleitungen. Offizielle Vertreter argumentieren, sie könne dazu beitragen, künftige Notfälle mit Minderjährigen zu verhindern.

Frühwarnmaßnahmen

Schulen in Tatarstan haben begonnen, im Rahmen eines Pilotprogramms Informationen über die Social-Media-Aktivitäten von Schülern zu sammeln. Ziel ist es, Inhalte zu erkennen, die von den Behörden als destruktiv eingestuft werden.

Laut der russischen Onlinezeitung Mash sollen Lehrkräfte verpflichtet werden, Chats, Blogs, Telegram-Kanäle und persönliche Accounts von Schülern zu überwachen.

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Eltern von Jugendlichen an mindestens drei Schulen wurden gebeten, Telefonnummern sowie Links zu den Social-Media-Profilen ihrer Kinder bereitzustellen.

Mash berichtete, dass der Zugang zu diesen Daten auf Schulleitungen, Klassenlehrer sowie Mitarbeitende eines regionalen Zentrums zur Überwachung destruktiver Materialien beschränkt sein werde.

Schulverantwortliche sind der Ansicht, dass eine frühere Identifizierung verdächtiger oder verbotener Inhalte das Risiko gewalttätiger Vorfälle verringern könnte. Sie betonen, dass sich die Überwachung auf Prävention und nicht auf Bestrafung konzentrieren solle.

Wachsende Sicherheitsbedenken

Dem Experiment ging eine Reihe von Angriffen auf Bildungseinrichtungen in ganz Russland voraus. Mash zufolge wurden allein im Jahr 2026 fünf derartige Vorfälle registriert, verglichen mit 12 Fällen im vergangenen Jahr.

Zu den genannten Vorfällen zählen Angriffe in Woronesch, Nischnekamsk und Ufa sowie zwei schwere Fälle in der Region Krasnojarsk. In einem Fall stach ein Schulmädchen auf eine Mitschülerin ein. In einem anderen übergoss ein Schüler einen Gleichaltrigen mit Benzin und setzte ihn in Brand.

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Die regionalen Behörden haben bislang nicht angegeben, ob das Pilotprojekt über Tatarstan hinaus ausgeweitet werden soll. Vorerst beschreiben offizielle Stellen das Vorhaben als Testfall, der durch jüngste Ereignisse und wachsende Sorgen um die Sicherheit von Schülern geprägt ist.

Quellen: Mash, Digi24