Startseite Nachrichten Russland nutzt neue Regel zur „Nationalisierung“ von fast 8.000 Wohnungen...

Russland nutzt neue Regel zur „Nationalisierung“ von fast 8.000 Wohnungen in der Ukraine

Russia, Ukraine
Shutterstock.com

Die Eigentümer der Wohnungen haben nun 30 Tage Zeit zu handeln, bevor ihre Häuser beschlagnahmt werden.

Eigentum vermittelt normalerweise ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit.

Für viele ist ein Zuhause oder ein florierendes Unternehmen der ultimative Anker.

Doch dieses Fundament bröckelt rapide für jene, die in den Strudel geopolitischer Veränderungen geraten sind.

Beschlagnahmung von Privathäusern

Ukrinform berichtet, dass die regionale Staatsverwaltung im besetzten Luhansk auf Facebook mitteilte, dass die russischen Militärbehörden ihren Zugriff auf Wohnimmobilien nun verschärfen.

Fast 8.000 Wohnungen gelten nun als herrenlos, was den Weg für ihre „Nationalisierung“ ebnet.

Laut der Verwaltung droht Immobilien die sofortige Beschlagnahmung, wenn sie nicht im „staatlichen Register“ erscheinen.

Die Bewohner haben lediglich 30 Tage Zeit, um diesen bürokratischen Mangel zu beheben, was eine schwierige Aufgabe ist.

Eine neue Regelung

Neue, im März in Kraft getretene Vorschriften erlauben es den Behörden, ein Haus als herrenlos zu betrachten. Immobilien, die drei Monate lang leer stehen oder unbezahlte Rechnungen aufweisen, sind ebenfalls stark gefährdet. Diese Regelung wird nun durchgesetzt.

Unterdessen ergeht es historischen Wahrzeichen im Gebiet der selbsternannten „LVR“ (Luhansker Volksrepublik) schlecht, merkte die Verwaltung an.

Die regionale Staatsverwaltung von Luhansk erklärte zudem, dass rund 700 Kriegsdenkmäler verfallen.

Nationalisierung beschleunigt sich

Der Trend zur Beschlagnahmung reicht weit über Wohnblöcke hinaus.

Mindestens 50 Milliarden US-Dollar an kommerziellen Vermögenswerten wurden seit 2022 vom russischen Staat eingezogen, berichtete The Moscow Times im Juli 2025 unter Berufung auf einen Bericht der Anwaltskanzlei Nektorov, Saveliev and Partners (NSP).

Das beschlagnahmte Vermögen umfasst 102 große Unternehmensfälle.

Andrei Yakovlev von der Harvard University sagte damals gegenüber Bloomberg, dass „der Kreml zwei Probleme gleichzeitig löse“.

Yakovlev erklärte der Publikation, dass dies Einnahmen bringe und „die Geschäftselite so umgestalte, dass ihr Schicksal an das Überleben des Regimes gebunden sei“.

Luhansker Volksrepublik

Die Oblast Luhansk ist die östlichste Region der Ukraine und steht seit Beginn der Invasion im Februar 2022 unter russischer Kontrolle, als sie auch einseitig von Russland annektiert wurde.

Im Jahr 2014, nach der russischen Annexion der Krim, besetzten pro-russische bewaffnete Separatisten Regierungsgebäude in Luhansk und beanspruchten einen Teil der Region als Luhansker Volksrepublik.

Quellen: Ukrinform, The Moscow Times, Bloomberg