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Sogar das russische Parlament ist jetzt von der Mobilfunk-Sperre in Moskau betroffen

Sogar das russische Parlament ist jetzt von der Mobilfunk-Sperre in Moskau betroffen

Die Einwohner der russischen Hauptstadt sind seit dem 5. März vom mobilen Datenverkehr abgeschnitten.

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Der mobile Internetzugang ist in Teilen des Moskauer Geschäftsviertels stillschweigend verschwunden, was neue Fragen nach der zunehmenden Kontrolle des Kremls über die digitale Kommunikation aufwirft.

Offizielle Stellen sagen, der Schritt stehe im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit, aber Kritiker warnen, er signalisiere ein breiteres Durchgreifen im Vorfeld politischer Herausforderungen.

Berichten zufolge werden die Einschränkungen in wichtigen Regierungsgebäuden ausgeweitet, da die Behörden den Druck auf ausländische Plattformen und Nachrichtendienste erhöhen.

Sicherheitsbedenken angeführt

Das Institute for the Study of War (ISW) stellt in seinem Update vom 12. März 2026 zum Krieg in der Ukraine fest, dass die russischen Behörden den mobilen Datenzugang in Moscow City seit dem 5. März eingeschränkt haben, wie die russische Wirtschaftszeitung Vedomosti berichtet.

Die Einschränkungen haben auch das Gebäude der russischen Staatsduma betroffen, wo das mobile Internet Berichten zufolge am 12. März den zweiten Tag in Folge abgeschaltet wurde.

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Der Sprecher der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, sagte, die Kommunikationsstörungen innerhalb des Parlamentsgebäudes seien auf Erwägungen der „Staatssicherheit“ zurückzuführen.

Der Schritt erfolgt, während Beamte weiterhin eine strengere Aufsicht über Messaging-Plattformen diskutieren, die von Russen häufig genutzt werden.

Druck auf Telegram

Laut ISW warnte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass Telegram in Russland eine vollständige Sperrung drohen könnte, wenn es sich nicht an die nationalen Vorschriften hält. Er forderte das Unternehmen auf, einen „flexiblen“ Kontakt zu den russischen Behörden zu pflegen.

Unterdessen sagte der stellvertretende Vorsitzende des Informationspolitik-Ausschusses der Staatsduma, Andrej Swinzow, dass die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor über die technischen Möglichkeiten verfüge, den Telegram-Zugang zu verlangsamen, selbst wenn sich Nutzer über virtuelle private Netzwerke verbinden.

Swinzow argumentierte auch, dass Einschränkungen für Messaging-Dienste und ausländische Social-Media-Plattformen notwendig seien, und brachte „unkontrollierte Kommunikation“ mit terroristischen Vorfällen in Russland in Verbindung.

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Wachsende Gegenreaktion

Die Ausweitung der Zensur hat in den russischen Online-Communities Kritik hervorgerufen. Ein politischer Telegram-Kanal bezeichnete die Maßnahmen als „Wahnsinn“ und deutete an, dass sie die Botschaft der Regierung von Einheit mit der Öffentlichkeit untergraben.

ISW merkt an, dass die Verschärfung der digitalen Kontrollen die Besorgnis des Kremls über eine mögliche Unzufriedenheit der Öffentlichkeit widerspiegeln könnte.

Beobachter sagen, die Behörden könnten die Kontrolle über den russischen Internetraum im Vorfeld der Wahlen zur Staatsduma im September 2026 und möglicher zukünftiger Entscheidungen, wie beispielsweise einer Reservemobilisierung, verstärken.

Die Kampagne umfasst auch die Förderung staatlich kontrollierter Anwendungen, die Einschränkung des Zugangs zu ausländischen Websites und die strafrechtliche Verfolgung von Kritikern.

Quellen: Institute for the Study of War, Vedomosti, Erklärungen der russischen Staatsduma, Kreml-Briefings

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