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Die Sommerferien sind gerettet: EU verfügt laut Schätzungen noch über mehrere Monate an Flugtreibstoff

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Letzte Woche sagte der Leiter der Internationalen Energieagentur, dass Europa „vielleicht“ noch sechs Wochen Treibstoff habe.

Anfang April teilte der Direktor der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, der AP mit, dass Europa „vielleicht noch sechs Wochen Treibstoff“ habe – dieses Interview wurde vor einer Woche geführt.

Gestern gab Lufthansa bekannt, dass sie von jetzt bis Oktober 20.000 Flüge gestrichen hat, wodurch 40.000 metrische Tonnen Kerosin eingespart werden.

Ja, seit der Krieg zwischen Iran, Israel und den USA Ende Februar ausbrach, ist die globale Energieversorgung sehr volatil, doch eine neue Einschätzung lässt europäische Fluggäste aufatmen, da der Sommerurlaub gesichert scheint.

Fünf Monate Treibstoffreserve

Reuters berichtet, dass die niederländische Regierung am Montag mitteilte, die Europäische Union könne ihre Kerosinversorgung für etwa fünf Monate aufrechterhalten, indem sie sich auf die heimische Produktion und Notreserven stützt.

In einem Schreiben an das Parlament stellten niederländische Beamte fest, dass die aktuelle Kerosinverfügbarkeit bei etwa 78 % des normalen Niveaus liegt, wobei die Importe weitgehend eingestellt wurden.

Die Niederlande spielen mit ihrer großen Raffineriekapazität in Rotterdam eine Schlüsselrolle bei der regionalen Versorgung.

Energiereserven

Die Behörden erklärten, dass die europäische Produktion von Diesel und Kerosin, kombiniert mit strategischen Ölreserven, die Nachfrage bei anhaltenden Störungen für „mehrere Monate“ decken könnte. Diese Schätzung entspricht etwa fünf Monaten für Flugzeugtreibstoff und mehr als einem Jahr für Diesel und Benzin, vorausgesetzt, die Reserven werden vollständig eingesetzt.

Ein Sprecher des niederländischen Energieministeriums bestätigte, dass die Kerosinmenge sowohl kommerzielle Bestände als auch Notreserven umfasst. Die Internationale Energieagentur hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass die europäischen Vorräte bis Juni reichen sollten.

Krisenreaktion

Trotz der sich verschärfenden Bedingungen erklärte die Regierung, dass es keine unmittelbaren Engpässe gebe. Die Preise sind jedoch nach der Schließung der Straße von Hormus – einer Route, die für etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasströme verantwortlich ist – stark angestiegen, wie Reuters berichtete.

Beamte sagten, dass die erste Phase eines nationalen Ölkrisenplans nun aktiviert wird, die sich auf eine engere Marktüberwachung und die Bereitschaft zu weiteren Interventionen konzentriert.

Ein Unterstützungspaket im Wert von etwa 1 Milliarde Euro umfasst Steuererleichterungen für Transportnutzer, Darlehen für energetische Sanierungen von Eigenheimen und gezielte Hilfen für Haushalte mit geringerem Einkommen.

Quellen: Reuters, International Energy Agency, AP, Lufthansa