Trump nach Begnadigung von Ex-Abgeordnetem in Betrugsfall in der Kritik
Präsidentielle Begnadigungen bleiben selten unbemerkt, besonders wenn sie ein ehemaliges Mitglied des Kongresses betreffen, das in einem prominenten Fall von Finanzkriminalität verurteilt wurde.
Laut Reuters hat Präsident Donald Trump nun dem ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten Stephen Buyer eine vollständige Begnadigung erteilt und damit eine Verurteilung aufgehoben, die aus einer Insiderhandelsregelung im Zusammenhang mit großen Unternehmensfusionen resultierte.
Die Entscheidung wurde am Freitag vom Weißen Haus durch eine präsidiale Proklamation bekannt gegeben.
Wegen Aktienhandels verurteilt
Buyer vertrat Indiana im US-Repräsentantenhaus fast zwei Jahrzehnte lang, bevor er 2011 den Kongress verließ und in die Privatwirtschaft wechselte.
Bundesstaatsanwälte beschuldigten ihn später, vertrauliche Informationen, die er durch seine Beratungstätigkeit erhalten hatte, genutzt zu haben, um von Aktienkäufen vor großen Geschäftsabschlüssen zu profitieren.
Der Fall drehte sich um Geschäfte mit Sprint und Navigant Consulting.
Laut den Staatsanwälten kaufte Buyer Sprint-Aktien, nachdem er 2018 erfahren hatte, dass Fusionsgespräche zwischen Sprint und T-Mobile stattfanden. Die Behörden behaupteten auch, er habe im folgenden Jahr mit nicht-öffentlichen Informationen im Zusammenhang mit der Übernahme von Navigant Consulting durch Guidehouse gehandelt.
Die Staatsanwälte gaben an, dass die Transaktionen Hunderttausende von Dollar an Gewinnen generierten.
Weißes Haus bietet begrenzte Erklärung
Die präsidiale Proklamation ging nicht direkt auf die Insiderhandelsvorwürfe oder die Verurteilung selbst ein.
Stattdessen hob das Dokument Buyers frühere öffentliche Dienste hervor und beschrieb seine Arbeit als Militäranwalt und Kongressabgeordneter als herausragend.
Das Weiße Haus merkte auch an, dass Trump auf Empfehlung Dutzender aktueller und ehemaliger Gesetzgeber gehandelt habe, deren Namen in der Proklamation aufgeführt waren.
Die Begnadigung gewährt Buyer vollständige Entlastung von der Verurteilung und ihren rechtlichen Folgen.
Langer Rechtsstreit findet ein Ende
Eine Bundesjury befand Buyer 2023 in vier Anklagepunkten wegen Wertpapierbetrugs für schuldig.
Ein Gericht verurteilte ihn später zu 22 Monaten Haft, nachdem die Staatsanwaltschaft argumentiert hatte, er habe das Vertrauen von Klienten und Investoren missbraucht.
Buyer beteuerte während des gesamten Verfahrens beharrlich seine Unschuld.
Während des Prozesses sagte er zu seiner eigenen Verteidigung aus und bestritt, jemals Insiderinformationen zur Steuerung seiner Anlageentscheidungen genutzt zu haben.
Die rechtlichen Möglichkeiten waren Anfang dieses Jahres weitgehend ausgeschöpft, als der Oberste Gerichtshof der USA es ablehnte, seine Berufung anzuhören.
Politische Persönlichkeit mit prominenter Vergangenheit
Lange vor seiner Verurteilung spielte Buyer eine sichtbare Rolle in der nationalen Politik.
Unter anderem war er während seiner Kongresskarriere 1999 einer der Ankläger des Repräsentantenhauses während des Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Bill Clinton.
Trumps Entscheidung schließt nun ein Kapitel ab, das sich vom Capitol Hill bis zu Bundesgerichten und schließlich zum Weißen Haus erstreckte, wo die präsidiale Begnadigung den Fall zu einem abrupten Abschluss brachte.