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Trump bezeichnet Kanadas Führung bei Wahlkampfauftritt in Las Vegas als „widerlich“

Trump
Joey Sussman / Shutterstock.com

Grenzüberschreitende Beziehungen können überraschend kompliziert werden, wenn Geld und Politik sich vermischen.

Nachbarschaftlicher Charme verfliegt oft schnell, sobald offizielle Geschäfte beginnen. Ein neuer Schlagabtausch zeigt nun, wie angespannt die Lage am Verhandlungstisch werden kann, berichtet WP Wiadomości.

Ein harter Handel

Während einer Wahlkampfveranstaltung in Las Vegas griff Donald Trump das Nachbarland direkt an. Es war ein direkter Treffer. Er richtete seine bisher schärfste Kritik an die kanadische Führung in einer umfassenden Rede an die Wähler.

„Kanada ist widerlich. Sie sind widerlich. Ich liebe diese Leute, aber sie sind widerlich. Widerliche Führung“, sagte Trump laut CBC und kanadischen Medien.

Kurz nach diesen Beleidigungen verlagerte er seinen Fokus auf den Handel. Unfaire globale Abkommen hätten dem Land jahrzehntelang geschadet, so der ehemalige Präsident.

Trump sagte am Mittwoch, er „liebe Zölle“ und bestand darauf, die USA seien „jahrelang von Zöllen übervorteilt worden, die China, Japan, Südkorea, Deutschland und Kanada gegen uns eingesetzt hätten.“

Harter Widerstand

Der kanadische Premierminister Mark Carney reagierte am Donnerstag schnell auf die harsche Kritik. Er tat die Äußerung ab. Der Regierungschef bezeichnete die politische Rhetorik als normale Reibung während schwieriger Wirtschaftsgespräche.

Carney erklärte, „widerlich“ sei im Wesentlichen dasselbe wie „schwierig“, wenn zwei große Volkswirtschaften am Verhandlungstisch zusammenträfen. Ottawa werde nicht nachgeben.

„Welches Adjektiv auch immer verwendet wird, ja, wir haben die kanadischen Arbeitnehmer, die kanadischen Unternehmen von Anfang an verteidigt“, sagte Carney laut WP Wiadomości.

Hohe finanzielle Risiken

Der scharfe verbale Schlagabtausch kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für beide Nationen. Washington plant, ab dem 19. August 50-prozentige Zölle auf eine große Palette kanadischer Waren zu erheben.

Kanadische Unterhändler trafen diese Woche in der US-Hauptstadt ein, um ein mögliches Abkommen auszuhandeln. Die Gespräche bleiben angespannt. Carney bestätigte, dass er letzte Woche direkt mit Trump gesprochen habe und plane, bald weitere Gespräche zu führen.

Beide Seiten sind noch weit voneinander entfernt, während die Frist unmittelbar bevorsteht. Kanadische Arbeitnehmer warten nun ab, ob sich harte Worte in schwere finanzielle Schläge verwandeln.

Quellen: WP Wiadomości, CBC