Kanada erklärt, Trumps Angebot reiche nicht aus, während die Frist näher rückt.
Kanadas Versuch, ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu sichern, stößt auf neuen Widerstand, Tage bevor Donald Trump die Zölle auf kanadische Waren drastisch erhöhen soll.
Laut Reuters treffen sich Unterhändler aus Ottawa und Washington täglich in der US-Hauptstadt, um ihre Differenzen vor einer Frist am 19. August zu überbrücken. Nach Angaben von CBC News sind kanadische Beamte jedoch mit dem jüngsten Vorschlag Washingtons unzufrieden und glauben, dass er nicht ausreichend Entlastung bietet.
Ein Scheitern der Einigung könnte dazu führen, dass kanadische Exporteure Zöllen von 50 Prozent auf eine breite Palette von Produkten ausgesetzt sind.
Washington legt neues Angebot vor
Trump kündigte letzten Monat an, dass die höheren Zölle in Kraft treten würden, es sei denn, Kanada ändere die Politik, die er als diskriminierend gegenüber amerikanischen Produkten ansieht.
US-amerikanische Autos gehören zu den Beschwerden des Präsidenten, ebenso wie amerikanische Alkohol- und Molkereiprodukte.
Washington legte den kanadischen Unterhändlern am Dienstag einen überarbeiteten Vorschlag vor, so CBC News unter Berufung auf zwei mit den Gesprächen vertraute Quellen. US-Beamte sollen angeboten haben, einige Zölle zu senken, doch die Reduzierungen blieben hinter dem zurück, was Ottawa angestrebt hatte.
Kanadische Unterhändler drängen auf eine umfassendere Entlastung von den im letzten Jahr von Trump eingeführten Zöllen im Gegenzug für eigene Zugeständnisse.
Keine der beiden Seiten hat öffentlich detailliert, wie weit die beiden Regierungen noch auseinanderliegen.
Tägliche Gespräche vor Fristablauf
Der Druck auf die Verhandlungen steigt, da weniger als eine Woche verbleibt, bevor die geplanten 50-prozentigen Zölle in Kraft treten.
Trumps Drohung hat den Gesprächen eine feste Frist gesetzt, während Kanada gleichzeitig versucht, einige der bereits von seiner Regierung verhängten Handelshemmnisse abzubauen.
Beamte verhandeln dem Bericht zufolge folglich täglich in Washington.
Weder die Büros des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer noch des kanadischen Ministers Dominic LeBlanc, der für die US-Handelsbeziehungen zuständig ist, haben sich öffentlich zu dem jüngsten Vorschlag geäußert.
Das Angebot vom Dienstag deutet darauf hin, dass Washington bereit ist, über eine Reduzierung zumindest eines Teils der bestehenden Zolllast zu sprechen. Ottawas gemeldete Unzufriedenheit lässt vermuten, dass die vorgeschlagenen Reduzierungen nicht weit genug gehen, um einen Durchbruch zu erzielen.
Weitere Verhandlungen lassen beiden Regierungen nun nur noch wenige Tage Zeit, um zu entscheiden, ob diese Lücke geschlossen werden kann.
Ohne ein weiteres Angebot oder einen Kompromiss vor dem 19. August sollen Trumps angedrohte 50-prozentige Zölle weiterhin eine breite Palette kanadischer Importe treffen.