Den Menschen zu vertrauen, die uns schützen sollen, ist ein grundlegender menschlicher Instinkt.
Wenn Betrüger dieses Vertrauen ausnutzen, indem sie sich als Polizisten ausgeben, können die Folgen grenzüberschreitend Leben zerstören, berichtet TV 2 News.
Falle der Naschkatze
Ein massiver internationaler Telefonbetrug ist an einem überraschend gewöhnlichen Ort aufgeflogen. Eine dänische Frau wurde gerade von einem norwegischen Gericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, weil sie eine ältere Frau betrogen hatte.
Das Bezirksgericht Nordmøre und Romsdal befand die 58-jährige Cristina Matras des Betrugs für schuldig, wie TV 2 News berichtet. Ermittler spürten sie durch einen bizarren Hinweis auf, der in einem Supermarkt hinterlassen wurde.
Das 77-jährige Opfer erinnerte sich, dass die Betrügerin eine große Vorliebe für einen Schokoladenhaselnussaufstrich namens Nøtte hatte. Die Polizei überprüfte die Sicherheitsaufnahmen des Supermarkts in Molde und fand Matras, wie sie sechs Becher des Aufstrichs mit ihrer eigenen Kreditkarte kaufte.
Falle der falschen Polizei
Das Schema war hochgradig koordiniert. Betrüger riefen das Opfer zuerst an und gaben vor, von der polizeilichen Spezialeinheit Kripos zu sein. Matras besuchte das Opfer dann unter falschem Namen und gab vor, eine Interpol-Agentin zu sein.
Sie manipulierte die ältere Frau dazu, Stillschweigen zu bewahren und etwa 450.000 US-Dollar auf ein türkisches Bankkonto zu überweisen. Matras lockte sie sogar zu einer Reise in die Türkei, bevor das Opfer die Wahrheit erkannte und ihre Familie anrief.
Der Rechtsbeistand des Opfers, Peter Engebjerg, sagte gegenüber TV 2, dass der Betrug massive Folgen gehabt habe. Er erklärte, dass „sie manipuliert wurde zu glauben, dass sie fast Freunde seien. Dies hat es ihr anschließend schwer gemacht, Realität von Fiktion zu unterscheiden.“
Ein massiver Ring
Matras erhielt zuvor eine viereinhalbjährige Haftstrafe für ihre Rolle in Dänemarks größtem Telefonbetrugsfall, bei dem Opfer rund 1,4 Millionen US-Dollar verloren. TV 2 enthüllte ihre früheren Handlungen in einer Dokumentation mit dem Titel ‚Der falsche Polizeikommissar‘.
Die ausgebildete Krankenschwester behauptete, sie sei von einem internationalen Kriminellenring zu dem Betrug gezwungen worden. Laut der Lokalzeitung Romsdal Budstikke sagte sie vor Gericht: „Mir wurde befohlen, das zu tun, was ich tun musste.“
Glücklicherweise erhielt das norwegische Opfer ihre 450.000 US-Dollar zurück, nachdem die Behörden das ausländische Konto eingefroren hatten.
Quellen: TV 2 News, Romsdal Budstikke