Ein abgestimmter Schritt von Kyjiw und Chișinău verändert das Kräftegleichgewicht in einem der seit Langem schwelenden „eingefrorenen Konflikte“ Osteuropas.
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Laut The Express haben die Maßnahmen Moskaus Kontingent in Transnistrien zunehmend isoliert.
Grenzen abgeriegelt
Die Ukraine und Moldau haben eine gemeinsame Blockade rund um Transnistrien umgesetzt, eine abtrünnige Region, in der russische Truppen stationiert sind.
Die Beschränkungen traten nach ukrainischen Angaben um Mitternacht am 1. Januar 2026 in Kraft.
Die Operation umfasst strenge Kontrollen entlang der rund 450 Kilometer langen Grenze der Ukraine zu dem Gebiet.
Moldau hat Kontrollpunkte verstärkt, mobile Patrouillen eingesetzt und strengere Luftraumbeschränkungen verhängt.
Berichte von Euromaidan Press und United24 Media zufolge erfordert jede Bewegung von Personen, Gütern, Treibstoff und Ausrüstung nun die Genehmigung beider Regierungen.
Zuvor genutzte informelle Routen und Schlupflöcher wurden geschlossen.
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Truppen abgeschnitten
Rund 1.500 russische Soldaten sind in Transnistrien unter der Bezeichnung „Friedenstruppen“ stationiert.
Sie sind auf regelmäßige Nachschublinien für Treibstoff, Ausrüstung, Personalrotationen und die tägliche Versorgung angewiesen.
Da Land-, Schienen- und Luftzugänge eingeschränkt wurden, sind diese Logistikketten erheblich beeinträchtigt.
Der Druck wurde zusätzlich durch das Ende des russischen Gastransits durch die Ukraine Anfang 2025 verstärkt, was die Energieversorgung der Region belastete.
Ukrainischen Quellen zufolge zielt die Isolierung darauf ab, Russlands langjährige Präsenz zu schwächen, ohne eine direkte Konfrontation auszulösen.
Strategischer Druckpunkt
Transnistrien liegt entlang des Dnister nahe der südlichen Grenze der Ukraine und dient seit Langem als Hebel russischen Einflusses auf Moldau.
Moldau, inzwischen EU-Beitrittskandidat, versucht diesen Einfluss zu verringern, ohne eine militärische Eskalation zu riskieren.
Präsidentin Maia Sandu hat Moskaus Präsenz wiederholt kritisiert und die jüngsten Schritte als defensiv und stabilisierend bezeichnet.
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Ukrainische Beamte beschrieben die Maßnahme als eine Eskalation „um Mitternacht an Neujahr“, die mit der anhaltenden russischen Aggression zusammenhänge, darunter Beschuss in der Nähe von Odessa.
Sie fügten hinzu, dass sogenannte „graue“ Handelsrouten verschwunden seien, wodurch die separatistischen Behörden stärker exponiert und zunehmend von Chișinău abhängig würden.
Gedämpfte Reaktion aus Moskau
Bis zum 12. Januar 2026 gab es keine formelle Reaktion des Kremls oder großer staatlicher Medien wie TASS.
Einige russlandnahe Kommentatoren brachten extreme Optionen ins Spiel, darunter die Einnahme Odessas zur Wiederherstellung von Versorgungswegen. Analysten betonen jedoch, dass solche Äußerungen bislang spekulativ seien.
Beobachter wiesen zudem auf eine Debatte darüber hin, wie neu die Maßnahmen tatsächlich sind.
Euromaidan Press zog frühere Berichte über ein plötzliches Vorgehen zurück und verwies darauf, dass bereits seit 2022 Einschränkungen bestehen.
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Dennoch sagen Experten, der kumulative Druck könne die Reintegration Transnistriens in Moldau beschleunigen – mit weiterreichenden Folgen für die Region.
Quellen: The Express, Euromaidan Press, United24 Media