Seine Mutter war unterwegs, um humanitäre Hilfe zu sammeln, und beobachtete auf Wunsch ihres Sohnes die Positionen der ukrainischen Verteidiger.
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Ukrainische Sicherheitsbeamte erklärten, sie hätten einen weiteren mutmaßlichen Versuch des russischen Geheimdienstes vereitelt, Angriffe im Osten des Landes zu lenken.
Im Mittelpunkt des Falls steht ein Bewohner der Region Donezk, dem vorgeworfen wird, während der andauernden Kämpfe in seiner Nähe unauffällig Informationen vom Schlachtfeld weitergegeben zu haben.
Stille Rekrutierung
Nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SSU) nahmen Gegenspionagebeamte einen 41-jährigen Mann in der Frontstadt Druschkiwka fest. Die Ermittler erklärten, er habe auf Anweisungen des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) gehandelt.
Der SSU teilte mit, der Mann habe sich der Mobilisierung entzogen und geglaubt, dass russische Truppen die Region letztlich besetzen würden. Den Behörden zufolge habe er selbst den Kontakt initiiert, indem er über einen von russischen Geheimdiensten betriebenen Chatbot eine Nachricht schickte und seine Zusammenarbeit anbot.
Nach dieser Kontaktaufnahme sei er den Ermittlern zufolge aus der Ferne rekrutiert und damit beauftragt worden, russische Angriffe auf die Stadt und die umliegenden Gebiete zu lenken.
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Täuschung der Familie
Da er während der Umgehung der Wehrpflicht sein Haus nur selten verlassen habe, habe sich der Verdächtige mutmaßlich auf seine Mutter verlassen, um Informationen zu sammeln. Der SSU erklärte, die Frau habe nichts von den Aktivitäten ihres Sohnes oder seinen angeblichen Verbindungen zum FSB gewusst.
Die Ermittler dokumentierten, wie sie sich in der Stadt bewegte, während sie humanitäre Hilfe sammelte, und auf Wunsch ihres Sohnes auf die Positionen der ukrainischen Verteidiger achtete.
Nach ihrer Rückkehr nach Hause habe der Mann sie demnach zu Truppenstandorten und zu den Bewegungen militärischer Konvois in Richtung Frontlinie befragt. Die Behörden erklärten, er habe diese Details anschließend an seinen russischen Verbindungsmann weitergeleitet, der die Informationen zur Identifizierung möglicher „Ziele“ nutzte.
Festnahme und Anklage
Der SSU zufolge nahmen Gegenspionagebeamte den Verdächtigen in seiner Wohnung fest. Gleichzeitig seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Standorte der ukrainischen Verteidigungskräfte zu sichern.
Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten ein Smartphone sicher, das nach Angaben der Ermittler Beweise für die Zusammenarbeit mit dem FSB enthielt.
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Dem Festgenommenen wurde formell der Verdacht nach Artikel 111.2 des Strafgesetzbuches der Ukraine mitgeteilt, der Hochverrat unter Kriegsrecht betrifft.
Rechtliche Konsequenzen
Die Behörden erklärten, der Verdächtige werde ohne Anspruch auf Kaution in Haft gehalten. Im Falle einer Verurteilung drohe ihm lebenslange Haft mit Einziehung seines Eigentums.
Der SSU teilte mit, dass die Operation von seinen Dienststellen in den Regionen Donezk und Luhansk unter der verfahrensrechtlichen Aufsicht der Staatsanwaltschaft der Region Donezk durchgeführt worden sei.
Quellen: Sicherheitsdienst der Ukraine (SSU)