Startseite Nachrichten US-Gesetzgeber kritisieren Trumps Passplan – Debatte über Präzedenzfall wächst

US-Gesetzgeber kritisieren Trumps Passplan – Debatte über Präzedenzfall wächst

Donald Trump Passport Alexandria Ocasio-Cortez
The White House / Wiki Commons Mehaniq / Shutterstock.com Maxim Elramsisy / Shutterstock.com

Ein US-amerikanischer Pass in limitierter Auflage, der das 250-jährige Bestehen des Landes würdigen soll, stößt in Washington und darüber hinaus auf Kritik. Was als symbolisches Projekt begann, hat sich schnell zu einem politischen Streitpunkt entwickelt. Im Zentrum der Reaktionen steht ein Detail: die Aufnahme eines Bildes von Präsident Donald Trump.

Laut Associated Press würde der vorgeschlagene Pass Trump zeigen und ihn damit zum ersten lebenden US-Präsidenten machen, der in dem Dokument erscheint.

Die Ausgabe soll begrenzt sein, wobei die Verteilung im Vorfeld des 4. Juli auf persönliche Anträge in Washington konzentriert ist.

Allein dieses Detail reichte aus, um Kritik auszulösen.

Die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez wies die Idee in einem Interview mit dem MeidasTouch Network zurück und sagte: „Es wirkt wie Monopoly-Geld.“

Sie ging noch weiter und deutete an, Trump sei „eifersüchtig darauf, dass Mount Rushmore eine Seite bekommen hat und dort vier Präsidenten zu sehen sind, und er wahrscheinlich sagt: ‚Warum bekomme ich keine Passseite?‘“

Ihre Aussagen deuten auf eine breitere Sorge unter Kritikern hin: dass es bei der Maßnahme weniger um Gedenken als vielmehr um Sichtbarkeit geht.

Eine Frage der Grenzen

Andere formulierten die Kritik direkter. Wie Euronews berichtet, stellte der Abgeordnete Mike Levin einen Zusammenhang zwischen dem Passvorschlag und anderen Versuchen her, Trumps Namen oder Abbild auf öffentlich sichtbaren Symbolen zu platzieren.

„Kein amtierender Präsident hat so etwas jemals getan. Münzen, Parkausweise, Schlachtschiffe und jetzt Ihr Pass. Der Mann findet keine Oberfläche, auf die er nicht seinen Namen oder sein Gesicht setzt. Das ist kein Patriotismus. Das ist Eitelkeit“, sagte er.

Dieses Argument wurde auch online aufgegriffen, wo sich viele Reaktionen darauf konzentrieren, ob ein staatlich ausgestelltes Dokument überhaupt das Bild eines amtierenden Staatsoberhaupts tragen sollte. Für einige ist dies eine praktische Frage. Für andere geht es um Tradition.

Die Abgeordnete Sydney Kamlager-Dove äußerte gegenüber HuffPost eine scharf formulierte persönliche Reaktion: „Es bringt mich dazu, keinen Pass haben zu wollen, denn Gott weiß, wenn ich reise, möchte ich nicht die Seite umblättern müssen und alle sehen diesen orangenen Mist in meinem Pass.“

Was sich ändert

Beamte betonten, dass der vorgeschlagene Gedenkpass eine einmalige Ausgabe im Zusammenhang mit dem Jubiläum sei und keine dauerhafte Neugestaltung darstelle. Er würde neue visuelle Elemente einführen, aber die bestehenden Sicherheitsmerkmale beibehalten.

„Diese Pässe werden maßgeschneiderte Grafiken und verbesserte Bilddarstellungen enthalten und gleichzeitig dieselben Sicherheitsmerkmale beibehalten, die den US-Pass zu einem der sichersten Dokumente der Welt machen“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Tommy Pigott, laut Associated Press.

Dennoch fällt die Änderung auf. Aktuelle Pässe heben historische Persönlichkeiten wie Washington und Lincoln sowie nationale Wahrzeichen hervor. Lebende Präsidenten waren bisher nicht Teil dieser visuellen Identität.

Genau darin liegt der Streitpunkt. Nicht die Gestaltung selbst, sondern wer darin erscheint.

Quellen: Associated Press, Euronews, HuffPost