Eine Untersuchung zu Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell rückt der vollständigen Transparenz näher, da eine Bundesrichterin die Veröffentlichung von seit Langem unter Verschluss gehaltenen Gerichtsakten anordnet.
Loretta Preska, Bundesrichterin am Bundesgericht in Manhattan, hat die Veröffentlichung von unter Vorladung angeforderten Gerichtsakten angeordnet, die mit dem verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein und seiner verurteilten Komplizin und ehemaligen Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell in Verbindung stehen.
Die historische Entsiegelung erfolgt im Rahmen des parteiübergreifenden „Epstein Files Transparency Act“, den Präsident Donald Trump im November 2025 unterzeichnet hat.
Maxwell lieferte sich aus ihrer Gefängniszelle heraus einen erbitterten Kampf, um die Regierung daran zu hindern, die Dokumentensammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Richterin wischte jeden Einwand von Maxwell beiseite und entschied, dass der Öffentlichkeit Zugang gewährt werden muss, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Identitäten der Opfer geschützt bleiben.
Das entsiegelte Material stammt aus einer Verleumdungsklage aus dem Jahr 2015, die von der Epstein-Anklägerin Virginia Giuffre gegen Maxwell eingereicht wurde.
Obwohl ein vertraulicher Vergleich den Prozess im Mai 2017 stoppte, weigerten sich Investigativjournalisten, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, und führten einen mehrjährigen Rechtsstreit, um die Beweise ans Licht zu bringen, berichtet RadarOnline.
Jahre juristischer Auseinandersetzungen
Die Investigativjournalistin Julie K. Brown vom Miami Herald feierte den Gerichtssieg in einem Substack-Beitrag vom 18. August.
Sie erklärte, dass die ursprüngliche Richterin eine umfassende pauschale Geheimhaltung über alle Gerichtsakten verhängt hatte, so RadarOnline.
Brown merkte an, dass Quellen das Beweismaterial seit Langem so beschreiben, dass es „vernichtende Beweise“ gegen Epstein, Maxwell und andere mächtige Männer enthalte.
Gerichtsakten sind grundsätzlich öffentlich, und Brown argumentierte, dass die ursprüngliche pauschale Geheimhaltung gegen das Standardprotokoll verstieß, da die Eingaben nicht einzeln geprüft wurden.
Die neu angeordnete Veröffentlichung stellt sicher, dass diese ursprünglichen Verfahrensfehler für die öffentlichen Akten endlich korrigiert werden.
Das Urteil ergeht nach dem Tod der Schlüsselanzeigerin Virginia Giuffre im April 2025, die sich vor der Veröffentlichung ihrer Memoiren das Leben nahm, wie NBC News berichtet.
Maxwell verbüßt unterdessen eine 20-jährige Haftstrafe wegen Sexhandels nach ihrer Verurteilung im Jahr 2021.
Ein weiteres Puzzleteil im Fall Epstein
Wie wir bereits berichteten, erfolgt die jüngste Entsiegelung zu einem Zeitpunkt, an dem weiteres, lange verborgenes Material rund um Epstein auftaucht.
Im Mai machte ein Bundesrichter eine Notiz öffentlich, die angeblich während eines früheren Selbstmordversuchs verfasst wurde, als sich Epstein im Metropolitan Correctional Center in Manhattan in Haft befand.
Die ununterzeichnete Notiz, die von Epsteins Zellengenossen Nicholas Tartaglione entdeckt wurde, verwies darauf, dass die Ermittler während ihrer monatelangen Untersuchung nichts gefunden hätten, und enthielt eine düstere Anspielung darauf, „seine Zeit zum Abschiednehmen“ zu wählen.
Es bleibt unklar, ob Epstein die Notiz selbst verfasst hat. Das Dokument bietet einen weiteren Einblick in die chaotischen letzten Wochen von Epsteins Leben und die Umstände seines Todes.
Während der Gerichtsmediziner von New York seinen Tod als Selbstmord einstufte, schürt die Veröffentlichung von zuvor unter Verschluss gehaltenem Material weiterhin das öffentliche Interesse daran, was hinter den Mauern des Gefängnisses in Manhattan geschah — und welche weiteren Beweise noch aus den Epstein-Akten hervorgehen könnten.