Der ehemalige Präsident nutzte eine Parteigala, um Donald Trumps Amtsführung scharf zu kritisieren. Seine Äußerungen verschafften den Demokraten vor den Kongresswahlen im Herbst eine deutlichere Angriffslinie.
Joe Biden nutzte eine von der Demokratischen Partei veranstaltete Gala, um Donald Trump scharf anzugreifen. Er erklärte, das Verhalten des Präsidenten im Amt müsse im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026 genau bewertet werden.
Die Veranstaltung in Hanover im Bundesstaat Maryland brachte Parteianhänger im Vorfeld von Wahlen zusammen, die über die Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress entscheiden könnten.
Für die Demokraten bieten diese Wahlen die Chance, Trumps Einfluss während der verbleibenden Zeit seiner zweiten Amtszeit einzuschränken, schreibt The Guardian.
Deutliche Warnung an das Publikum in Maryland
Vor seinen Anhängern im Live! Casino & Hotel Maryland kritisierte der frühere Präsident mehrere Projekte und Vorhaben, die mit Trumps Veränderungen in Washington, D.C., in Verbindung stehen.
Biden verwies auf den Ostflügel des Weißen Hauses, das Kennedy Center, einen geplanten Triumphbogen sowie das Spiegelbecken am Lincoln Memorial.
Anstatt diese Projekte als einzelne Kontroversen darzustellen, präsentierte Biden sie als Beispiele dafür, wie Trump seine Macht ausübt.
„Wow! Was für ein Versager“, sagte Biden.
Außerdem verwies er laut The Guardian auf Trumps Begnadigungen von Personen, die wegen ihrer Beteiligung am Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt worden waren. Damit erhalten die Demokraten ein direktes Wahlkampfargument: Trump belohnt politische Loyalität, selbst wenn sie mit Gewalt am Kapitol verbunden ist.
Das Projekt rund um das Spiegelbecken bezeichnete Biden als sein deutlichstes Beispiel für Korruption. Ein Auftrag zur Wasseraufbereitung wurde ohne Ausschreibung an einen Trump-Spender mit Verbindungen zu Mar-a-Lago vergeben.
„Es ist die Korruption – die Korruption, die dreiste, unverhohlene Korruption“, sagte Biden. „Korruption in einem Ausmaß, wie es sie in der amerikanischen Geschichte unter keiner Regierung zuvor gegeben hat.“
Die Ukraine und die NATO wurden Teil der Kritik
Später wechselte Biden von den Projekten in Washington zur Außenpolitik. Er kritisierte Trumps Haltung gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem Krieg in der Ukraine und der NATO. Seiner Ansicht nach habe der Präsident die Beziehungen zu den Verbündeten der USA beschädigt.
„Er hat das Ansehen unseres Landes in der Welt stärker geschwächt als jeder andere Präsident in der Geschichte“, sagte Biden.
Die Rede erfolgte zwei Jahre nach Bidens schwachem TV-Duell gegen Trump im Jahr 2024, das seinem Rückzug aus dem Präsidentschaftswahlkampf vorausging. Später besiegte Trump Kamala Harris, Bidens designierte Nachfolgerin.
Quellen: The Guardian
