Kleine Boote erreichen weiterhin die Küsten Großbritanniens. Die Zahlen sind trotz jahrelanger Zusammenarbeit zwischen London und Paris nicht in nennenswertem Umfang gesunken. Daher wird die Strategie erneut geändert. Dieses Mal beginnt sie direkt am Strand.
Mehr als 41.000 Menschen überquerten im Jahr 2025 den Kanal, wie Zahlen der BBC zeigen. Die ersten Monate des Jahres 2026 weisen in die gleiche Richtung. Keine wirkliche Verlangsamung.
Ruhiges Wetter führt weiterhin zu Spitzen. Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Der Gesamtzustrom ist stabil geblieben, und der Druck auf die britische Regierung wächst, Ergebnisse zu liefern.
Frühere Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern konzentrierten sich stark auf Überwachung und gemeinsame Patrouillen auf See. Diese Maßnahmen, so Kritiker, haben die Schleuserrouten nie vollständig unterbrochen.
Im Norden Frankreichs warten Migranten weiterhin ab und beobachten die Bedingungen. Ein Mann sagte der BBC, er sei obdachlos, glaube aber, in Großbritannien „wie ein normaler Mensch“ leben zu können.
Eine Frau erklärte ihre Entscheidung einfacher: „Im Vereinigten Königreich gibt es eine Demokratie – alles, was es bietet, ist gut, es schützt uns.“
Eine sichtbare Veränderung
Nun folgt ein anderer Ansatz. Im Rahmen eines Abkommens im Wert von 662 Millionen Pfund wird Frankreich Beamte entsenden, die im Umgang mit Unruhen geschult sind und an wichtigen Abfahrtsstränden eingesetzt werden sollen, berichtet die BBC.
Dieses Detail fällt auf. Für den Einsatz bei Unruhen ausgebildete Einheiten sind selten Teil der Grenzsicherung an Küsten. Ihre Präsenz deutet darauf hin, dass die Behörden mit Konfrontationen rechnen, nicht nur mit Prävention.
Auch die Überwachung wird ausgeweitet, jedoch nicht in einem einzigen Schritt. Drohnen werden Küstenabschnitte überwachen. Hubschrauber leisten Unterstützung aus der Luft. Kameras verfolgen Aktivitäten am Boden. Schritt für Schritt zieht sich das Netz enger.
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete das Abkommen als „wegweisende Vereinbarung“, die den Behörden helfen werde, „gegen die Schleusernetzwerke vorzugehen“.
Die Botschaft ist klar. Die Überfahrten stoppen, bevor sie beginnen.
Geld und Unsicherheit
Es gibt auch einen finanziellen Hebel. Die britische Finanzierung könnte nach einem Jahr reduziert werden, wenn die Zahlen nicht sinken. Was genau als Erfolg gilt, wurde nicht klar definiert.
Ein Aufnahmezentrum in Dünkirchen rückt ebenfalls wieder in den Fokus. Es wurde erstmals 2023 vorgeschlagen und soll rund 140 Menschen aufnehmen, mit mehr als 200 Mitarbeitern vor Ort.
Dort sollen vor allem Migranten aus den Ländern bearbeitet werden, die bei den Überfahrten am stärksten vertreten sind, darunter Eritrea, Afghanistan, Iran, Sudan, Somalia, Äthiopien, Irak, Syrien, Vietnam und Jemen.
Dennoch bleibt eine vertraute Frage bestehen. Mehr Patrouillen. Mehr Technik. Mehr Geld. Nichts davon ist für sich genommen neu. Und dennoch kommen die Boote weiter.
Quellen: BBC