Wahlkämpfe lösen oft dramatische Versprechen aus, wenn Kandidaten im Endspurt um unentschlossene Wähler werben. Wenn Wahlen mit hohem Einsatz bevorstehen, dominieren weitreichende finanzielle Zusagen häufig die Schlagzeilen und zwingen Journalisten und Wähler dazu, zu hinterfragen, wie diese schwindelerregenden Pläne tatsächlich umgesetzt werden könnten.
Donald Trump fuhr am Donnerstag eine Reporterin an, nachdem diese ihn zu seinem massiven Wahlversprechen befragt hatte, das er im Vorfeld der bevorstehenden Zwischenwahlen gemacht hatte. Die Konfrontation ereignete sich vor der Air Force One, als sich der Präsident nach einem Parteitag in Texas auf die Rückreise nach Washington vorbereitete.
Während seines Aufenthalts im Bundesstaat schlug Trump ein Programm vor, jedem erwachsenen Bürger des Landes 5.000 US-Dollar auszuzahlen, sollten die Republikaner an der Macht bleiben. Der Plan würde schätzungsweise 1,35 Billionen US-Dollar kosten und löste umgehend Bedenken hinsichtlich der Staatsverschuldung und der steigenden Inflation aus.
Konfrontation auf dem Rollfeld
Laut The Daily Beast fragte die ABC-News-Reporterin Rachel Scott Trump, warum ein Wahlanreiz notwendig sei, wenn seine Wirtschaftspolitik doch funktioniere. Trump wies diese Darstellung zurück und behauptete, das Geld sei keine Wählerbestechung, sondern eine Belohnung dafür, dass man die Härten unter dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden überlebt habe.
Als Scott versuchte, eine Nachfrage zu früheren unerfüllten Wirtschaftsversprechen zu stellen, zeigte Trump aggressiv auf sie und rief: „Nicht Sie!“ Der Präsident trat näher, verzog das Gesicht und schnauzte: „Ihr Sender und Sie, Sie sind die Schlimmsten“, bevor er sich umdrehte, um eine Frage von einem anderen Journalisten entgegenzunehmen.
Muster von Auseinandersetzungen
Der Austausch verbreitete sich schnell online, nachdem Scott Aufnahmen des Vorfalls in den sozialen Medien veröffentlicht hatte. Kommentatoren bemerkten die Feindseligkeit der Interaktion und wiesen darauf hin, dass die Reporterin lediglich grundlegende Fragen zur öffentlichen Finanzierung und zur nationalen Wirtschaftslage gestellt habe.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit Scott oder anderen Frauen im Pressekorps aneinandergerät. Er hatte sie bereits während eines Interviews im Jahr 2024 auf einem Journalistenkongress als „unverschämt“ und „gehässig“ bezeichnet, und er hat häufig scharfe Worte gegen Reporterinnen verwendet, die kritische Fragen stellten.
Trotz des Schlagabtauschs auf dem Rollfeld haben Beamte des Weißen Hauses keine offiziellen Dokumente darüber vorgelegt, wie das Billionen-Dollar-Programm den Kongress passieren oder finanziert werden würde.
Quelle: The Daily Beast, Rachel Scott / Instagram
