Ein kostspieliges Aufenthaltsprogramm wirft Fragen dazu auf, ob es halten kann, was versprochen wurde. Regierungsvertreter hatten einst gesagt, es könne Milliarden Dollar einbringen, doch bislang wurde erst ein Antragsteller zugelassen.
Nur eine Person wurde bisher für Donald Trumps „Gold Card“-Visumprogramm im Wert von 1 Million Dollar zugelassen, berichten Forbes und AP, die sich beide auf die Aussage von Handelsminister Howard Lutnick vor Abgeordneten im April 2026 berufen.
Das Programm wurde für wohlhabende ausländische Antragsteller geschaffen, die einen legalen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten anstreben.
TV 2 beschreibt es als Abkürzung für Multimillionäre, die die Erlaubnis erhalten wollen, im Land zu leben und zu arbeiten.
Antragsteller müssen zunächst eine nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühr von 15.000 Dollar zahlen. Nach einer Überprüfung sollen Privatpersonen eine Zahlung von 1 Million Dollar an die US-Regierung leisten.
AP zufolge ermöglicht eine Unternehmensversion Firmen, ausländische Arbeitskräfte für 2 Millionen Dollar zu sponsern.
Anfragen übersteigen Zulassungen
Die Zahlen zeigen, wie wenige Menschen über ein anfängliches Interesse hinausgegangen sind. CNBC berichtete, 338 Personen hätten Anfragen eingereicht, während 165 die anfängliche Bearbeitungsgebühr gezahlt hätten.
Diese Zahlen erfassen unterschiedliche Phasen des Verfahrens. Eine Anfrage zeigt Neugier oder Absicht, die Bearbeitungsgebühr markiert einen verbindlicheren Schritt, und eine Zulassung bedeutet, dass der Antragsteller die behördliche Prüfung bestanden hat.
TV 2 schreibt, dass in der Statusaktualisierung vom April nur eine Person die letzte Phase mit der Zahlung von 1 Million Dollar abgeschlossen hatte.
Dieses Ergebnis liegt weit unter den früheren Prognosen der Regierung. CNBC berichtete, Lutnick habe zuvor 80.000 Karten und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Dollar vorhergesagt. TV 2 zufolge erwartete Lutnick, dass die Regierung schließlich Tausende Karten verkaufen und Milliarden Dollar einnehmen werde.
Rechtliche Fragen bleiben offen
CNBC schreibt, dass das Gold-Card-Programm auf den bestehenden Visumkategorien EB-1 und EB-2 beruht, die normalerweise für Antragsteller mit außergewöhnlichen oder besonderen Fähigkeiten genutzt werden.
Dies ist zu einem zentralen Punkt im Rechtsstreit geworden. Kritiker argumentieren, die Regierung versuche, den Zugang zu Visumkategorien zu ändern, ohne dass der Kongress einen neuen Einwanderungsweg geschaffen habe.
Eine Eingabe des Department of Homeland Security ließ zudem Zweifel an Behauptungen aufkommen, Gold-Card-Antragsteller würden schneller behandelt.
„Gold-Card-Antragsteller werden ihre Anträge nicht zwangsläufig schneller beschieden bekommen als Antragsteller ohne Gold Card“, erklärte das DHS laut CNBC.
Craig Becker, Managing Counsel beim Affirmative Litigation Democracy Defenders Fund, sagte dem Sender: „Wir wissen einfach nicht, was die wirkliche Antwort ist, weil es keine Transparenz gibt.“
Für potenzielle Antragsteller ist das Risiko klar: Die Gebühr ist hoch, der Zeitplan unklar, und die rechtliche Grundlage des Programms ist weiterhin umstritten.
Quellen: TV 2, CNBC, Forbes, AP