Das Projekt hat aus mehr Gründen als nur seiner Größe und Gestaltung Aufmerksamkeit erregt. Es ist inzwischen Teil einer breiteren Debatte über Zeremonien, Sicherheit und die Frage, wer offizielle Veranstaltungen des Präsidenten kontrolliert.
Präsident Donald Trump hat laut Daily Express erklärt, dass eine künftige Amtseinführung in dem neuen Ballsaal des Weißen Hauses statt am US-Kapitol stattfinden könnte.
Trump äußerte sich dazu in einem von Fox News ausgestrahlten Interview, in dem er gemeinsam mit Lara Trump die Baustelle besichtigte und den Veranstaltungsort als sicherer beschrieb als die Zeremonie in der Rotunde des Kapitols, die für seine zweite Amtseinführung genutzt wurde.
Trump sagte: „Es war wunderschön, aber es waren 902 Personen.“ Er fügte hinzu: „Und es ist nicht so sicher wie das hier. Das hier wird vollkommen sicher sein.“
Warum der Veranstaltungsort wichtig ist
Das Kapitol dient nicht nur als Kulisse für Amtseinführungen. Das Joint Congressional Committee on Inaugural Ceremonies erklärt, dass es für die Planung und Durchführung präsidentieller Amtseinführungen am Kapitol verantwortlich ist.
Dadurch wurde Trumps Bemerkung politisch brisant. Einige Nutzer in den sozialen Medien argumentierten, dass ein amtierender Präsident nicht allein befugt sei, den Ort einer künftigen Machtübergabezeremonie festzulegen.
Andere brachten die Aussage mit früheren Diskussionen über eine mögliche dritte Amtszeit in Verbindung, obwohl Trump auch die verfassungsrechtliche Begrenzung anerkannt hat. Er sagte zuvor: „Ich darf nicht kandidieren. Das ist schade.“
Sicherheitsfragen
Das Ballsaal-Projekt wird auch als Erweiterung der Sicherheitsmaßnahmen diskutiert. Laut USA Today hat Trump einen auf dem Dach geplanten „DronePort“ als Teil seines Vorhabens erwähnt.
Der Begriff scheint sich auf eine von Trump vorgeschlagene drohnenbezogene Verteidigungseinrichtung zu beziehen und nicht auf eine seit Langem etablierte offizielle Bezeichnung.
In einem Beitrag auf Truth Social argumentierte er, dass moderne Bedrohungen aus der Luft einen stärkeren Schutz für Washington erforderten.
Von USA Today zitierte Sicherheitsexperten erklärten, dass Systeme zur Abwehr von Drohnen nützlich sein könnten, äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich öffentlicher Diskussionen über mögliche Verteidigungsfähigkeiten des Weißen Hauses.
Historischer Präzedenzfall
Das Kapitol ist seit der ersten Vereidigung Thomas Jeffersons dort im Jahr 1801 der wichtigste Ort für Amtseinführungen.
Frühere Zeremonien, darunter die von George Washington in New York im Jahr 1789 und in Philadelphia im Jahr 1793, fanden dort statt, wo sich die nationale Regierung zu jener Zeit befand.
Spätere Ausnahmen waren in der Regel auf Wetterbedingungen, Amtsnachfolgen, Kriegsschäden oder Notfallsituationen zurückzuführen.
Die Amtseinführung von William Howard Taft im Jahr 1909 wurde wegen eines Schneesturms in die Senatskammer verlegt.
Ronald Reagans zweite Amtseinführung im Jahr 1985 wurde aufgrund extremer Kälte in die Rotunde des Kapitols verlegt.
Auch Donald Trumps zweite Amtseinführung im vergangenen Jahr wurde wegen gefährlicher Winterbedingungen in die Rotunde verlegt.
Trumps Vorschlag wäre somit nicht völlig ohne historische Vorbilder für Zeremonien außerhalb des Kapitols. Eine geplante moderne Amtseinführung vom Kapitol wegzuverlegen, wäre jedoch äußerst ungewöhnlich und würde wahrscheinlich eine über das Weiße Haus hinausgehende Zustimmung erfordern.
Quellen: Daily Express, Fox News, USA Today Network