Zwei Dutzend humanoide Roboter führten bei Chinas Frühlingsfest-Gala Kung Fu, Parkour und Breakdance auf und demonstrierten rasante Fortschritte in der Robotik, während Sicherheitsexperten vor den wachsenden strategischen Auswirkungen KI-gesteuerter Maschinen warnen.
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Eine Reihe humanoider Roboter schlägt Salti über eine hell erleuchtete Bühne.
Kurz darauf wirbeln sie mit Nunchakus und treten im perfekten Gleichklang — während Millionen Menschen in ganz China zuschauen.
Zwei Dutzend agile Roboter verblüfften die Zuschauer bei der diesjährigen Neujahrsgala, als sie Kampfkunst, Parkour und Breakdance in einer präzise choreografierten Darbietung präsentierten, die im Staatsfernsehen übertragen wurde.
Die Vorführung, ausgestrahlt während der jährlichen Frühlingsfest-Gala, verband traditionelle Kung-Fu-Elemente mit modernster Robotik und wirkte wie eine sorgfältig inszenierte Demonstration technologischer Stärke.
Präzision und Kraft
Die Humanoiden traten, sprangen und vollführten Überschläge mit beeindruckender Koordination und sprangen zeitweise wie trainierte Turner von Plattformen. Einige führten Schwerter und Nunchakus und verbanden jahrhundertealte Kampfformen mit moderner Ingenieurskunst.
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Kinder beteiligten sich an der Aufführung und unterstrichen den theatralischen Charakter der Veranstaltung. Im Vergleich zum eher begrenzten Roboterauftritt im Vorjahr war die Verbesserung in Beweglichkeit und Gleichgewicht deutlich sichtbar.
„Man kann sich nicht vorstellen, wie schnell sich chinesische humanoide Roboter entwickeln“, schrieb die chinesische Botschaft in den USA auf Facebook.
Die jährliche Gala wird von Hunderten Millionen Menschen verfolgt und gilt als eine der bedeutendsten Kultursendungen des Landes.
Industrielle Ambitionen
Wang Xingxing, Geschäftsführer des Robotikunternehmens Unitree, erklärte laut The Telegraph, das Unternehmen plane, in diesem Jahr bis zu 20.000 humanoide Roboter zu bauen. Unitree hat zuvor Maschinen an Automobilhersteller geliefert und strebt Berichten zufolge eine Börsennotierung in Shanghai bei einer Bewertung von rund 7 Milliarden US-Dollar an.
Auch andere Robotikunternehmen, darunter Galbot, Noetix und MagicLab, waren an der Präsentation beteiligt.
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Sicherheitsbedenken
Das Spektakel fällt in eine Zeit, in der europäische Strafverfolgungsbehörden vor raschen Fortschritten in Robotik und KI warnen. Ein aktueller Europol-Bericht skizziert Szenarien, in denen autonome Maschinen für kriminelle oder terroristische Zwecke missbraucht werden könnten, etwa für Angriffe auf Infrastrukturen.
Forscher haben zudem auf mögliche Schwachstellen bei Verbraucherrobotern hingewiesen und davor gewarnt, dass kompromittierte Systeme manipuliert oder zum Zugriff auf sensible Daten genutzt werden könnten.
Chinesische Staatsmedien haben zuvor Aufnahmen von Robotersystemen für militärische Anwendungen gezeigt, darunter vierbeinige Maschinen, die in Gefechtssimulationen eingesetzt werden.
Während Kritiker argumentieren, manche Prognosen bewegten sich im Bereich der Science-Fiction, betonen Behörden, dass das Tempo der Entwicklung solche Risiken plausibel erscheinen lasse.
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Vorerst bleibt die Kung-Fu-Darbietung ein Symbol für Pekings technologische Ambitionen — eine Verbindung aus Kultur, Inszenierung und strategischer Botschaft in einer öffentlichkeitswirksamen Präsentation.
Quellen: Übertragung des chinesischen Staatsfernsehens; The Telegraph; Europol-Bericht