Die Rendite aus Investitionen in KI und Technologie hat Norwegen im letzten Jahr immens reicher gemacht.
Es gibt eine ständige Debatte über den Boom der künstlichen Intelligenz.
Wird er anhalten oder jeden Moment platzen?
Vorerst profitiert Norwegen von seinen Aktienbeständen im Technologie- und KI-Sektor.
Auf der Tech-Welle reiten
Bloomberg berichtete, dass Norwegens Staatsfonds gerade seine stärkste Quartalsrendite seit sechs Jahren erzielte und um 2,3 Billionen US-Dollar wuchs. Der größte Staatsfonds der Welt legte im zweiten Quartal um 11,5 % zu.
Die Aktienmärkte trieben den Großteil des Wachstums an.
Künstliche Intelligenz spielte ebenfalls eine zentrale Rolle bei diesem massiven Anstieg. Der Computerchiphersteller Nvidia bleibt die größte Position des Fonds, dicht gefolgt von Microsoft und Apple.
„Chips treiben den Wert des Fonds in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß an“, sagte Nicolai Tangen, Chief Executive Officer von Norges Bank Investment Management (NBIM), Reportern auf einer Pressekonferenz.
Vom Öl zur KI
Der in den 1990er-Jahren gegründete Fonds entstand aus Norwegens riesigen Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee, die bereits in den 1960er-Jahren entdeckt wurden. Heute besitzt der Fonds rund 1,5 % aller weltweit börsennotierten Aktien.
Dieser Anstieg ist indes das Ergebnis von Investitionen in Telekommunikations-, Technologie- und KI-bezogene Aktien.
Der Besitz eines so großen Volumens an Aktien und Technologieanleihen birgt ein klares Risiko. Da amerikanische Investitionen 55 % des Portfolios ausmachen, forderten Berater die norwegischen Investmentmanager kürzlich auf, sich auf wachsende geopolitische Risiken vorzubereiten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wendet sich das Team der Technologie selbst zu. NBIM setzt nun große Sprachmodelle ein, um neu hinzugefügte Unternehmen auf Korruption und Menschenrechtsfragen zu überprüfen.
Schwierige moralische Entscheidungen
Hohe Anlagerenditen sind nicht das einzige große Thema in Oslo. Eine heftige öffentliche Debatte ist darüber entbrannt, wohin dieses Geld tatsächlich fließt.
Konkret hinterfragen Kritiker Investitionen, die mit Israels militärischen Aktionen in Gaza verbunden sind. Bloomberg berichtete, dass der Fonds weiterhin in 29 israelische Unternehmen investiert ist, obwohl Governance-Beauftragte angeben, dass alle den bestehenden Regeln entsprechen.
Eine umfassende politische Überprüfung dieser ethischen Richtlinien ist derzeit im Gange. Der formelle Bericht des Gremiums, der von Finanzminister Jens Stoltenberg angefordert wurde, wird bis zum 15. Oktober erwartet.