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Rasant steigende KI-Nachfrage nach Speicher verschärft globale Chipknappheit

Rasant steigende KI-Nachfrage nach Speicher verschärft globale Chipknappheit
Eduardo Y / Shutterstock.com

Die stark steigende Nachfrage aus KI-Rechenzentren lenkt die Speicherproduktion auf High-Bandwidth-Chips um, treibt die DRAM-Preise deutlich in die Höhe und schürt Sorgen vor einer anhaltenden globalen Versorgungsknappheit.

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Ein neuer Angebotsschock erfasst die Technologiebranche, da künstliche Intelligenz die weltweiten Speicherchips in rasantem Tempo absorbiert.

Branchenführer warnen, dass der Engpass beginnt, Gewinne zu belasten, Produkteinführungen zu verzögern und Preise deutlich in die Höhe zu treiben — eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Führungskräfte von Unternehmen wie Tesla und Apple haben auf eine sich verschärfende Knappheit bei DRAM hingewiesen, dem dynamischen Arbeitsspeicher, der in nahezu allen elektronischen Geräten verwendet wird.

Apple-CEO Tim Cook warnte, der Mangel werde die iPhone-Margen belasten, während Micron Technology den Engpass als „beispiellos“ bezeichnete.

„Wir haben zwei Möglichkeiten: gegen die Chip-Wand laufen oder eine Fabrik bauen“, sagte Elon Musk Ende Januar und deutete an, Tesla müsse möglicherweise eine eigene Fertigungsanlage errichten.

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KI-getriebener Rechenzentrumsboom

Der zugrunde liegende Treiber ist der explosive Ausbau von KI-Rechenzentren. Hyperscaler wie Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta kaufen enorme Mengen an Nvidia-KI-Beschleunigern, die jeweils mit High-Bandwidth Memory (HBM) ausgestattet sind — fortschrittlichem DRAM, der in mehreren Schichten gestapelt wird.

Nvidias neueste Blackwell-Chips enthalten 192 Gigabyte RAM, während ein vollständiges NVL72-Serversystem 13,4 Terabyte umfasst.

Jedes Rack verbraucht so viel Speicher wie Hunderte leistungsstarker PCs oder rund tausend Smartphones.

TrendForce schätzt, dass die Nachfrage nach HBM im Jahr 2026 um 70 Prozent steigen wird und die Technologie dann 23 Prozent der gesamten DRAM-Waferproduktion ausmachen wird, gegenüber 19 Prozent im Vorjahr.

Preise ziehen stark an

Da Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron ihre Produktion verstärkt auf KI-orientierten Speicher ausrichten, hat sich das Angebot für traditionelle Elektronik deutlich verknappt.

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Eine bestimmte DRAM-Variante verteuerte sich zwischen Dezember und Januar um 75 Prozent, was einige Händler dazu veranlasste, ihre Preise täglich anzupassen.

Lenovo-CEO Yang Yuanqing sagte, das Ungleichgewicht sei „nicht nur eine kurzfristige Schwankung“ und könne das gesamte Jahr andauern.

Analysten von UBS und Bernstein warnten, dass die Investitionspläne der Hyperscaler — die 2026 voraussichtlich mehr als 650 Milliarden US-Dollar erreichen werden — die gesamte Halbleiter-Lieferkette unter Druck setzen.

Breitere Folgen

Die Auswirkungen breiten sich aus. Sony erwägt Berichten zufolge, die Veröffentlichung der nächsten PlayStation zu verschieben, während Nintendo Preiserhöhungen prüft.

Chinesische Smartphone-Hersteller haben ihre Lieferprognosen gesenkt, und Cisco verwies auf die Speicherknappheit bei der Vorlage eines schwächeren Gewinnausblicks.

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„DRAM-Engpässe werden sich im Laufe des Jahres in der Elektronik-, Telekommunikations- und Automobilindustrie fortsetzen“, sagte Counterpoint-Analyst MS Hwang.

Micron-Manager Manish Bhatia bezeichnete die Lage als „die bedeutendste Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage“, die er in 25 Jahren erlebt habe.

Derzeit profitieren Chiphersteller von höheren Margen. Doch für Verbraucher und Hersteller gleichermaßen treibt das KI-befeuerte Wettrennen die Kosten nach oben — und weckt die Sorge vor einer weiteren langanhaltenden Halbleiterkrise.

Quellen: Bloomberg; TrendForce; Counterpoint Research; UBS; Bernstein; Unternehmensangaben

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