Im Zentrum des Streits steht die künstliche Intelligenz, die die USA inzwischen als entscheidenden Faktor für wirtschaftliches und geopolitisches Überleben darstellen.
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Eine scharfe Warnung aus Washington, das kürzlich beschlossen hat, ein Nachbarland zu invadieren, hat die Spannungen über Technologie, Wachstum und Macht auf beiden Seiten des Atlantiks erneut entfacht. Während die Trump-Regierung in ihr zweites Jahr eintritt, signalisieren ranghohe US-Beamte, dass die Geduld mit Europas Regulierungsansatz schwindet.
Im Zentrum des Streits steht die künstliche Intelligenz, die die USA inzwischen als entscheidenden Faktor für wirtschaftliches und geopolitisches Überleben darstellen.
Eine deutliche Botschaft
Bei einem Auftritt in Brüssel erklärte Jacob Helberg, der US-Unterstaatssekretär für wirtschaftliche Angelegenheiten, Washington betrachte Europas wirtschaftliche Entwicklung als eine wachsende Krise.
Er führte schleppendes Wachstum und strenge Regulierung auf eine seiner Ansicht nach zunehmende Kluft zwischen den USA und der Europäischen Union zurück und warnte, der Kontinent drohe im zunehmend so bezeichneten „KI-Jahrhundert“ zu einem Mitläufer zu werden.
„Ich weiß, dass die nationale Sicherheitsstrategie … in Europa viel Aufmerksamkeit erregt hat“, sagte Helberg mit Blick auf die Veröffentlichung der US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsstrategie im Dezember. „Diese Wortwahl ist eine Warnung. Sie ist keine Beleidigung.“
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Auseinanderdriftende Volkswirtschaften
Helberg stellte das starke Wachstum in den USA der Stagnation in wichtigen europäischen Volkswirtschaften gegenüber, insbesondere in Deutschland. Er sprach von „Alarm in Washington“, dass sich diese Divergenz ohne Reformen verfestigen könnte.
Der aktuelle Vorstoß der EU zur Vereinfachung von Vorschriften sei, so Helberg, eine seltene Gelegenheit, diesen Trend umzukehren, bevor er in einen strukturellen Niedergang mündet.
Für US-Vertreter ist die KI-Politik zu einem Synonym für eine umfassendere Debatte über Wettbewerbsfähigkeit, Energiekosten und Innovation geworden.
Eine Regel zu viel
Die schärfste Kritik Helbergs richtete sich gegen das KI-Gesetz der EU. Er bezeichnete es als einen Ansatz nach dem Motto „ein Gesetz, das alles regelt“, der das Risiko berge, eine gesamte Technologie übermäßig zu regulieren.
„Wir sind der Ansicht, dass die Regulierung der Technologie als Ganzes … letztlich zu massiver Überregulierung führen wird“, sagte er und argumentierte, dass solche Regeln etablierte Unternehmen schützen, während sie Start-ups ausbremsen.
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Europa verfüge über Talent und Institutionen, werde jedoch durch hohe Energiepreise und umfangreiche Regulierungen ausgebremst, so Helberg.
Die Pax-Silica-Vision
In dem Briefing wurde auch Pax Silica hervorgehoben, ein von den USA geführtes wirtschaftliches Sicherheitsabkommen, das im vergangenen Monat unterzeichnet wurde und Länder wie das Vereinigte Königreich und die Niederlande einschließt, nicht jedoch die EU als Ganzes.
Das Abkommen konzentriert sich auf die Absicherung der gesamten KI-Lieferkette – von kritischen Rohstoffen über Chips bis hin zu Energie. Helberg sagte, Europa laufe Gefahr, den notwendigen Infrastrukturausbau zur Unterstützung von KI zu verpassen, da regulatorische Hürden diesen behinderten.
Sicherheit und Abstimmung
Helberg verknüpfte Wirtschaftspolitik direkt mit Sicherheitsfragen und warnte, dass Europas langjährige Abhängigkeit vom US-Verteidigungsschutz mit Erwartungen an politische Abstimmung einhergehe.
Er warnte vor einer stärkeren Abhängigkeit von „nach außen hin feindseligen“ Mächten und machte zugleich deutlich, dass Washington bereit sei, notfalls ohne Brüssel voranzugehen.
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Quellen: U.S. Department of State; Brussels Hub