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Verkäufer werfen Amazon vor, Produkte ohne Erlaubnis durch KI kopiert zu haben

Jeff Bezos
Lev Radin / Shutterstock.com

In mehreren Fällen enthielten diese Einträge Fehler, die nach Angaben der Betroffenen ihren Geschäften geschadet haben.

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Amazon steht in der Kritik, nachdem unabhängige Verkäufer festgestellt haben, dass ein KI-gestütztes Shopping-Tool des Unternehmens Produktlistings ohne ihre Zustimmung erstellt hat.

In mehreren Fällen enthielten diese Einträge Fehler, die nach Angaben der Betroffenen ihren Geschäften geschadet haben.

Die Listings wurden im Rahmen von Amazons Programm Buy For Me generiert, das doppelte Produktseiten auf Amazons Plattform erstellt und es Kunden ermöglicht, Einkäufe abzuschließen, ohne die Website zu verlassen.

Laut Berichten von Bloomberg und der Financial Times wurden die Verkäufer weder um Erlaubnis gebeten noch im Vorfeld informiert.

KI-generierte Produktlistings

Im Rahmen von Buy For Me durchsucht Amazons System externe Online-Shops und erstellt eigene Produktlistings.

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Dadurch schaltet sich Amazon faktisch in Transaktionen zwischen Käufern und Verkäufern ein, die nicht Teil des Amazon-Marktplatzes sind.

Die in Kalifornien ansässige Verkäuferin Angie Chua von Bobo Design Studio berichtete Bloomberg, sie habe das Problem bemerkt, nachdem ihre Produkte ohne ihr Wissen auf Amazon erschienen waren.

Später initiierte sie eine Umfrage, um das Ausmaß zu erfassen. Mehr als 180 Verkäufer haben diese inzwischen ausgefüllt.

Viele der Befragten gaben an, ihre Produkte nicht über Amazon verkaufen zu wollen, und mussten das Unternehmen kontaktieren, um die Entfernung der Listings zu verlangen.

Unzutreffende Angaben

Mehrere Verkäufer erklärten, dass die KI-generierten Einträge fehlerhafte Informationen enthielten.

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Sarah Burzio, Inhaberin von Hitchcock Paper Co. in Nord-Virginia, sagte, falsche Angaben in den doppelten Amazon-Listings hätten dazu geführt, dass Kunden Rückerstattungen verlangten.

Sie berichtete zudem, dass sich die Probleme nur schwer beheben ließen, da Verkäufer ohne eigenes Amazon-Verkäuferkonto keinen speziellen Supportkanal für Probleme im Zusammenhang mit Buy For Me hätten.

Ein neuer Ansatz

Amazon hat unabhängige Händler bislang dazu ermutigt, sich freiwillig dem Marktplatz anzuschließen, wobei das Unternehmen Verkaufsprovisionen erhebt.

Das Buy For Me-Programm scheint das erste Mal zu sein, dass Amazon Verkäufer faktisch ohne deren Zustimmung oder vorherige Benachrichtigung einbindet.

Der Schritt steht im Zusammenhang mit Amazons umfassenderer Strategie, KI-Agenten einzusetzen, um Kunden innerhalb des eigenen Ökosystems zu halten und Besuche externer Händler-Websites zu reduzieren.

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Opt-out-Fragen

In einer Stellungnahme erklärte Amazon, Verkäufer könnten sich von Buy For Me sowie der verwandten Funktion Shop Direct abmelden, die direkt zu Käufen auf Drittanbieter-Websites führt.

Das Unternehmen erläuterte jedoch nicht, warum Verkäufer ursprünglich ohne Zustimmung oder Benachrichtigung hinzugefügt wurden.

Die Debatte folgt auf Amazons Klage gegen das KI-Start-up Perplexity im November. Dabei ging es um eine ähnliche automatisierte Shoppingfunktion, mit der Nutzer über einen KI-Agenten Produkte bei Amazon kaufen konnten.

Quellen: Bloomberg; Financial Times; Stellungnahmen unabhängiger Verkäufer und von Amazon

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