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‚Orange Is the New Black‘-Schauspielerin warnt vor einem härteren Amerika für Transmenschen

Laverne Cox
DFree / Shutterstock.com

Die Memoiren der Schauspielerin erscheinen zu einer Zeit, in der der Druck im Zusammenhang mit Geschlechtsidentität zunimmt. Ihre Geschichte verbindet Überleben, Ruhm und einen sich ausweitenden politischen Konflikt.

Laverne Cox hat jahrelang gezeigt, wie Sichtbarkeit Leben verändern kann. Mit der Veröffentlichung ihrer Memoiren Transcendent warnt sie nun davor, dass Sichtbarkeit allein nicht ausreicht.

Das Buch schildert Cox’ Kindheit, ihre Karriere und ihr Leben als schwarze Transfrau. Es erscheint zu einem Zeitpunkt, in dem Debatten über Gesundheitsversorgung, Gefängnisse, Bildung und Diversitätsprogramme zu zentralen Themen der US-Politik geworden sind.

In einem Interview mit Zoe Williams für The Guardian sagt Cox, das Klima für Transmenschen in den Vereinigten Staaten sei unter Donald Trumps wiedererstarkter politischer Bewegung gefährlich geworden.

„Wenn wir nicht aufwachen und nicht verstehen, was geschieht, werden Transmenschen ausgelöscht werden“, sagte sie bei der Premiere einer neuen animierten Verfilmung von Animal Farm.

Die Kindheit prägte ihre Warnung

Cox erzählte Williams, dass sie gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder, dem Künstler und Komponisten M Lamar, in Mobile im Bundesstaat Alabama aufgewachsen sei. In ihren Memoiren beschreibt sie Mobbing, Missbrauch, Armut und ein Familienleben, das von Strafen und Angst geprägt war.

Über ihre Mutter Gloria Cox schreibt sie sowohl mit Schmerz als auch mit Mitgefühl und ordnet die Grausamkeit innerhalb der Familie in eine längere Geschichte rassismusbedingter Traumata ein.

„Aber ich liebe meine Mutter“, sagte Cox. „Sie ist eine außergewöhnliche Frau, aber da ist einfach sehr viel Trauma.“

Cox beschreibt außerdem, dass sie bereits vor ihrem zwölften Lebensjahr versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Über diese Erinnerungen zu schreiben, sei körperlich schmerzhaft gewesen, sagte sie der Zeitung.

Erfolg brachte keine Sicherheit

New York bot Cox die Möglichkeit, aufzutreten, Tanz zu studieren und Ende der 1990er-Jahre ihre Transition zu beginnen. Die Club- und Theaterszene der Stadt eröffnete Perspektiven, auch wenn Belästigungen weiterhin zum Alltag gehörten.

Ihren Durchbruch feierte sie 2013 mit der Netflix-Serie Orange Is the New Black, in der sie Sophia Burset spielte. Die Rolle brachte ihr Emmy-Nominierungen, Anerkennung in der Branche und eine Plattform, wie sie zuvor nur wenigen Transschauspielerinnen zuteilgeworden war.

Doch gegenüber The Guardian sagte Cox, die vergangenen Jahre hätten sinkende Einnahmen, weniger Moderationsaufträge und weniger Gelegenheiten für öffentliche Auftritte mit sich gebracht. Sie führt diesen Rückgang auf Angriffe gegen Diversitätsprogramme, geschlechtsangleichende medizinische Versorgung und LGBTQ-Rechte zurück.

„Ich beschwere mich nicht – ich habe großes Glück“, sagte sie. „Wichtig ist festzuhalten: Wenn die Einnahmen von Laverne Cox deutlich zurückgegangen sind, was bedeutet das dann für all die anderen Transmenschen, die nicht so privilegiert sind und nicht so viel Glück haben wie ich?“

Für Cox ist Transcendent nicht nur die Autobiografie einer Berühmtheit. Es ist eine öffentliche Warnung von jemandem, der die Folgen von Stigmatisierung erlebt hat, lange bevor sie zu landesweiten politischen Streitfragen wurden.

Quelle: The Guardian