Ausnahmezustand in Ecuador: Präsident reagiert auf Drogenboss-Flucht

Geschrieben von Olivia Rosenberg

19 Wochen vor

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09/01/2024
Foto: Shutterstock
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Ecuadors Kampf gegen organisierte Verbrechen.

Nach dem Gefängnisausbruch eines Drogenbosses hat Ecuadors Präsident Daniel Noboa einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt und nächtliche Ausgangssperren angeordnet. 

Dies berichtet ZEIT ONLINE. Mit seinem Dekret möchte Noboa sicherstellen, dass die Streitkräfte "die volle politische und rechtliche Unterstützung" im Kampf gegen die Drogenkriminalität erhalten. 

Der Ausnahmezustand erlaubt es dem Präsidenten, das Militär für 60 Tage auf den Straßen und in den Gefängnissen des Landes einzusetzen. 

Die Ausgangssperre gilt von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr, und auch das Versammlungsrecht wird vorübergehend eingeschränkt.

Die Maßnahmen folgen auf den Ausbruch von José Adolfo Macías, alias Fito, dem Chef der mächtigen Bande Los Choneros. 

Macías war seit 2011 wegen organisierter Kriminalität, Drogenhandels und Mordes inhaftiert und hatte bereits 2013 einmal das Gefängnis verlassen, bevor er nach drei Monaten wieder gefasst wurde. 

Der Bandenchef war im August nach der Ermordung des Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio in das Hochsicherheitsgefängnis in Guayaquil verlegt worden. 

Präsident Noboa betonte, dass die Zeiten, in denen Drogenhändler und organisierte Kriminelle der Regierung Anweisungen geben, vorbei seien. 

Ecuador erlebt in den letzten Jahren eine dramatische Zunahme der Gewalt, mit einem der höchsten Tötungsraten Lateinamerikas im Jahr 2022.